November-Blogaktion von Totenhemd-Blog - Übers Sterben reden

 

 

WENN ICH ZUERST STERBE …..

 

Bisher habe ich mich eher mit dem „Wenn du zuerst stirbst“ beschäftigt.

 

Viele Jahre beruflich mit unterschiedlichsten Patienten. Natürlich kamen zwischendurch auch persönliche Menschen in meinem Umfeld zu Tode.

 

Dann der Tod meiner Tochter, die vor vier Jahren zusammen mit ihrem Mann und einem gemeinsamen Kletterfreund in den Schweizer Bergen den Biancograt runter stürzte.

 

„Wenn du zuerst stirbst“, war ein vertrauter Gedanke, der mit immer wieder neuen, doch vertrauten Gefühlen und Gedanken, Gebeten und Abschieden einherging.

 

Auch wenn ich vor jeder größeren Reise meine testamentarischen Aufzeichnungen hinterließ, waren meine Vorstelllungen zu: „Wenn ich zuerst sterbe“, eher auf meinen Abschied bezogen, dass alle die dabei sind, eine schöne Liebes-Abschiedsfeier erleben. Und, dass mein Wunsch respektiert wird, kein Grab zu bekommen, sondern wie Leonie und Simon frei ausgestreut an einem schönen Platz in der Natur und die Papp-Urne bei einem großen Feuer mit den Gebets-Tais verbrannt werden.

 

Mein Wunsch, bewusst und gesund zu sterben, wann immer das sein möge, ist täglich in meinem Bewusstsein und meinen Gesängen.

 

 

 

Für diesen November-Blog bei Totenhemd „WENN ICH ZUERST STERBE“, kamen mir viele Menschen in den Sinn. Und bei jedem dieser Menschen, je nach dem, wo er in Bezug zu mir steht, kamen mir andere Gedanken.

 

Hier sind einige davon:

 

Klaus, mein Geliebter, WENN ICH VOR DIR STERBE, sei gewiss, dass ich auf geistiger Ebene ganz nah bei Dir bin. Und Du weißt, ich wünsche Dir so viel Liebe, wie Du aushalten kannst. Vielleicht kommt eine neue, tolle, sexy, liebevolle Frau in Dein Leben, ich wünsche es Dir von Herzen. Sei glücklich über alle Maßen.

 

Florestan, mein „Großer“ geliebter Sohn, WENN ICH VOR DIR STERBE, wisse, dass Du niemals allein bist und niemals allein warst. Ich werde Papa und Leonie, Deine beiden Opas treffen und wir werden bestimmt feiern. Sei Dir gewiss, dass ich alles dransetze, dass Du meine Liebe und Nähe spürst. Möge Dein Leben, und das Deiner Familie in glücklichen, freudvollen Bahnen verlaufen. Und ich spüre, dass Du das, was Dir wirklich Spaß macht als Berufung tun wirst, aus vollem Herzen und großem Enthusiasmus.

 

Leander, mein wunderbarer Sohn, WENN ICH VOR DIR STERBE, sei Dir gewiss, dass ich Dir Glück und Freude mit Deiner Familie wünsche und bleibt alle gesund. Genieße Deine Bike-Touren, Deine kleinen Freiheiten, auch da werde ich mit Dir in Liebe verbunden sein. Ich werde in jedem Windhauch sein, bei jedem Waldspaziergang, am Feuer und an jedem Platz, den ihr mit Euren Tieren besucht. Mögen Deine ganzen Umbauten an Deinen Bikes viele faszinieren.

 

Noah, mein Kleiner, großgewachsener Sohn, WENN ICH VOR DIR STERBE, wisse, wie sehr ich Dir nah bin und Dich liebe, behüte und beschütze. Dir möge in jedem Moment Deine tiefe Weisheit und Großartigkeit bewusst sein. Habe Freude mit allem, was Du arbeitest und erschaffst. Sei gewiss, dass die tollste, schönste, liebevollste und ehrlichste Frau zu Dir kommen wird, die Du Dir nur vorstellen kannst. Glaube an Dich, Du ehrlicher, schöner Mensch. Ich liebe Dich bis ins Unendliche und wieder zurück.

 

Mutti und alle meine sechs Geschwister, WENN ICH ZUERST STERBE, wünsche ich mir, dass Ihr ein einziges Mal fühlt, dass mein Tod nichts Dramatisches und „Schlimmes“ ist. Freut Euch einfach darüber, dass ich ein Teil dieser ganz speziellen Familie war. Ich freue mich auf mein Mädchen und auf Papa! Feiert wegen mir, vielleicht ohne Masken (?). Ich werde da sein.

 

Meine lieben Freundinnen: Johanna, Ulm-Ellen, Inge, Hilke, Shakti, Susanne, Bianca, Tatjana Elisabeth, Eliana und noch einige Devotees, auch alle Freunde und Freundinnen, die in meinem Leben eine Rolle gespielt haben, und gerade nicht so nah mit mir sind. WENN ICH VOR EUCH STERBE, dann denkt mit Dankbarkeit an all die guten Erlebnisse, schönen Erfahrungen, tiefen Gespräche, unser Lachen und den Spaß, den wir miteinander hatten. Jeder von Euch hat mein Leben geprägt und ich durfte von und mit Euch lernen. Und jene, die da gewesen sind, als wir Leonie und Simon betrauerten, danke ich, denn es hat mir überaus viel bedeutet. Es hat mich getröstet und unterstützt. Wenn Ihr im Wald, in den Bergen, am Wasser, auf den Blumenwiesen, im stillen Glitzer-Schnee seid, wenn Ihr räuchert, trommelt und singt, bin ich ganz gewiss dabei. Tatjana, beim Bouldern werde ich Dir ab und an sanft über Deine feuchte Stirn hauchen.

 

Liebe Schwiegereltern und Verwandte von hier und da, nah und fern, WENN ICH VOR EUCH STERBE, wisst, dass mir bewusst ist, nicht so ganz einfach im Umgang für Euch gewesen zu sein. Es tut mir echt leid und seid mir bitte nicht böse. Ich habe Euch immer in meinen Gebeten und Segnungen mitbedacht. Wir werden uns treffen, wenn es bei Euch so weit ist (denke ich zumindest, je nach dem, wo Ihr hinkommen möchtet).

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, manche von Euch kenne ich schon 45 Jahre und länger, WENN ICH ZUERST STERBE, wisst und fühlt, dass ich in Frieden bin und niemandem von Euch etwas vorwerfe. Es war unmöglich, mir oder uns als Familie etwas zu sagen oder zu schreiben, nach Leonies Tod. Ich wünsche Euch Mut und Kraft, bei irgendeinem, den es das nächste Mal trifft, dass Ihr einfach „Hallo“ oder einfach ein lapidares „Herzliches Mitgefühl“ oder so was sagt. Glaubt mir, Ihr könnt nichts falsch machen! Gerne helfe ich Euch auch aus der Geistigen Welt. Es funktioniert. Mit einem einzigen Gedanken wird Liebe und Mitgefühl zugegen sein.

 

 

 

WENN ICH ZUERST STERBE soll mein Tod dem Leben dienen.

 

Mögen alle, die nach mir sterben ein erfülltes, waches, schönes, freies Leben erfahren.