LICHTVOLL TRAUERN

 

Mit

 

LICHTVOLL TRAUERN

 

möchte ich meine Gedanken, Erfahrungen, Empfindungen teilen.

 

Seit dem Tod meiner Tochter, die mit ihrem Mann und einem gemeinsamen Kletterfreund in den Schweizer Bergen abstürzte,

ist mein Leben und das unser Familien ein anderes.

 

LICHTVOLL Trauern ist für mich das Wahrhaben der irdischen Tatsachen,

ebenso wie das Empfangen täglicher Geschenke und Wunder,

die diese leuchtenden Seelen,

doch auch die Schöpfung, das GÖTTLICHE,

in mein Leben bringt,

mich durchdringt und bereichert.

 

Die nachfolgenden Texte sind von oben nach unten geschrieben

(ganz unten stehen die Texte, die direkt nach ihrem Tod geschrieben wurden).

 

 

 

 

 

Lichtvoll Trauern…...

und der Umgang mit

Leben, Tod und dem DANACH....

 

Eine Ausschreibung findet sich

unter Lebens-Wege-Zentrum bei den Terminen

 

 

 

23. Juni 2018

 

 

 

 

„Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht,

 

ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück;

 

es kommt alles noch herrlicher wieder.

 

Was abfallen muss, fällt ab;

 

was zu uns gehört, bleibt bei uns,

 

denn es geht alles nach Gesetzen vor sich,

 

die größer als unsere Einsicht sind

 

und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.

 

Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken,

 

an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte,

 

denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt. "

Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

Auch wenn ich keine Freundin von „muss“ bin, was dreimal in dem Text von Rilke steht, empfinde ich große Sympathien zum Inhalt.

 

Es ist und bleibt endlos groß und mystisch, etwas zu „verlieren“, sei es ein Freude, einen liebgewonnenen Gegenstand oder einen Menschen, der uns nah stand.

 

Und es gibt nichts „Verlorenes“, da es auf himmlische Weise herrlicher und tiefer bei uns ist.

 

Leonie und Simon sind hier und nah und mehr in meinen Träumen und meiner Liebe, als Leonie in ihren 23 Lebensjahren.

 

Leonie stand mir immer schon besonders nah.

 

Ihr Anklopfen in meinem Leben kam schon unter mysteriösen Umständen, dann das WISSEN, dass sie unbedingt zu uns wollte und genau zu dieser Zeit, was ihr Plan.

 

Meine Aufarbeitung vielschichtigster Mutter-Tochter-Themen in der kompletten Schwangerschaft mit unterschiedlichen Methoden, machte mich weich und bereit, um einer Tochter Mama sein zu können.

 

Und ihre einzigartige Alleingeburt! Sie war genau das Gegenteil von jenem, was ich mir für diese besondere Wasser-Haus-Geburt vorgestellt und geplant hatte.

 

Ja, sie kam im Wasser zur Welt, absolut still und sanft, doch selbstbestimmt, dass ich mehr als überrumpelt war und dies womöglich Auslöser zu einer vorher nie vorstellbaren Depression war, die weit über das Wochenbett hinausging.

 

Wir haben es dann irgendwann geschafft.

 

Sie war die „Pflegeleichte“, die Ruhige, Sanfte, doch Bestimmte, die selten mal schrie und sogar tagsüber schlief. Das gab es bei meinen Jungs allesamt nicht.

 

Ihre Besonderheiten waren für mich schon früh erkennbar, sie fing von sich an zu essen, obwohl ich sie, ebenso wie meine anderen Kinder, über zwei Jahre stillte.

 

Die Allergien, die auftraten, sobald sie glutenhaltige Lebensmittel zu sich nahm, „verstand“ sie alsbald und fragte mit hochgehaltenem Essen in ihren kleinen Händchen: „ist da Gluteeen drin????“ und wenn es „ja“ hieß, legte sie es weg und rührte es nicht mehr an.

 

„Ich kenne meinen Weg, ich weiß was ich will“ war eine kleine Affirmations-Karte, die sie an Silvester 94 mit 11 Monaten zog, im Kreis von ca. 30 Menschen, die mit uns die Weltheilungs-Meditation zelebrierten.

 

Feuer und Räuchern mit weißem Salbei und Heilkräutern, war ihre liebgewordene Freude, die sie bis zu ihrem Tod regelmäßig praktizierte.

 

Und ihre Karte mit diesem Satz, die sie jedem unentwegt hinhielt, die sie in ihrem Bettchen hatte, mit der sie spielte, den Satz, den wir endlos lesen sollten, war ihr Leben lang IHR Motto, Ihre Ausrichtung.

 

Sie war 16 Monaten, als sie diesen Satz, klar in die Augen schauend, mit bestimmter Stimme ausrief, als es um einen Pulli ging, den sie unbedingt anziehen wollte und ich das nicht wollte, weil es viel zu kalt war. Sie zog diesen Pulli an und danach war deutlich, dass sie, wenn sie etwas mit so einer Bestimmtheit äußerte, es keinerlei Diskussionen gab. Leider gab es sechs Jahre zuvor mit ihrem ältesten Bruder in einer vergleichbaren Situation furchtbare Diskussionen und Kämpfe mit Tränen ums Recht-HABEN-wollen. Und als Mama gewann ICH dieses dumme Spiel.

 

Ich habe mir mehrfach verziehen, was für unnötige Qualen, Kämpfe und Machtspiele meine Großen mit mir durchzufechten hatten.

 

Und dieses „Willen brechen“ und Manipulieren, kenne ich aus meiner eigenen Kindheit.

 

Eltern und Mama sein war und ist kein leichtes Spiel.

 

Es ist EINFACH, wie LIEBEN ewiglich einfach und sanft und klar und machtvoll IST.

 

Doch leicht ist es nicht.

 

 

 

Heute heiratet die Tochter eines Bekannten.. Seine Frau liegt seit Wochen mit ihrer schweren Erkrankung im Koma, der Sohn seit fast drei Wochen schwerverletzt nach einem Unfall im Krankenhaus.

 

Ich habe heute morgen in meinen Gebeten diese Familie gesegnet, ihren Weg, ihr Leben, ihre Geduld und, dass diese jungen Menschen einen schönen und glücklichen Tag erleben.

 

So etwas macht mich betroffen und traurig.

 

Es gibt so viel Leid in der Welt, direkt nebenan bei Menschen, mit denen wir täglich so nah wohnen oder zusammen sind.

 

 

 

Und ich sehe und spüre und weiß, wie friedlich es um unsere Toten ist.

 

Wie friedvoll es mit Leonie und Simon für mich ist.

 

Mein Herz, mein Brustraum, mein Körper voller Liebe oder auch das Stille erfüllt sein von der Schönheit der Berge (und wie klar und schön seit unserem Besuch dort diese Berge in mir atmen), dem Weg ihrer Seelen und das was sie als Gaben und als Wesen hier gewesen zu sein, hinterlassen haben.

 

Pure Freude, Vorbild, Intelligenz, lebendige Werke der Kunst, der Kreativität, des Dienens, des Helfens, des Wahrhaftig-Seins, diese großartige bescheidene, schöne, fruchtbare, freundliche Liebe, die sie überall haben scheinen lassen und ich dieses Scheinen und Leuchten immerzu spüre.

 

 

 

Ihre Nähe und Präsenz ohne das Irdische.

 

 

 

Und es ist diese Leere in mir, die ich selten so friedlich spüren konnte.

 

 

 

Die kenne ich jetzt und es ist nichts, was ich durch etwas erreichen oder herstellen könnte.

 

Es ist das klare NICHTS, das DA IST bzw. NICHTS da oder dort ist, ein Zustand des Friedens ohne Namen und ebenso zeitlos, raumlos.

 

 

 

Ich glaube nicht, dass es eine Art Depression ist, dieses in ein Phlegma sinken, was sich wie klamme, kalte Wäsche auf der Haut anfühlt nach einem Schock. Da gibt es auch dieses seltsame „Nichts“, dieses in einem Zustand verharren, vor sich hinstarren, diese Lähmung. Da ist zwar auch der Kopf und der Körper wie betäubt, doch es ist ein Ahnen, dass es sich nicht gut anfühlt und dieses Aufwachen aus diesem Zustand, bei dem man sich schuldig und nutzlos oder beschämt vorkommt und wie mit Blei erschwert fühlt.

 

 

 

Dieser Zustand des NICHTS den ich jetzt kennenlernen durfte, der sich wie das kleine Ewige, Endlose anfühlt, ein kurzes Eintauchen in einen Zustand des Nirwana, des Überirdischen, was mich in eine Art Glück-Stille-Vakuum hineintaucht, um dann wie aus einer feinen Zeitfalte herauszuschweben in ein neues Stückchen Leben, Atmen, Wahrnehmen, was gerade IST.

 

Ein Frieden wie ich mir Frieden vorstelle und wünsche.

 

 

 

 

22.6.2018

 

 

Gestern war Mittsommer-Sonnenwende und wir feierten wie jedes Jahr mit einem Sonnenwend-Feuer.

 

Als unsere Kinder klein waren, kamen viele Kinder dazu, von Frauen aus den Schwangerschafts-Yoga-Kursen mit ihren Familien und anderen Kursen.

 

Gestern waren mehr Kinder dabei als Erwachsene und es gab wenig erklärende Worte zum Hintergrund des jahrtausendealten Brauchs dieses Jahreskreis-Rituals.

Die Kinder haben andächtig das Blütenfeuer entfachen sehen und es mit den aufgelesenen Kiefernzapfen gefüttert und mit weißem Salbei, getrockneten Kräutern, Blumen und Weihrauch.

Wir legten ein wunderbares Dankes-Despacho auf der Erde neben der Feuerschale.

Ein Despacho ist ein Mandala aus Blättern, Blüten, Kräutern, grünen Zweigen und Früchten.

In dieses Mandala gaben wir unseren Dank – für alles, was wir in der ersten Jahreshälfte erleben, erschaffen und bekommen durften. Dank an Mutter Erde ~ Pacha Mama ~ Große Göttin, den Naturwesen, unserem Platz…..

 

 

 

 

Ich lernte eine junge Frau kennen, die auf der Göttinnen-Konferenz eine meiner Essenzen erwarb und so begeistert ist, dass sie ihrer Schwester eine schicken ließ. Auf meiner Homepage las sie dann von Leonies Absturz in den Bergen und meinem „LICHTVOLL TRAUERN“ ~ Blog.

 

 

Sie schrieb mir, dass bei der Sonnenwend-Feier vor drei Jahren ihre Tochter mit 11 Jahren beim Klettern an dem Platz abstürzte und in ihren Armen starb und sie es ähnlich sehen kann wie ich es beschreibe.

Ich dachte gestern intensiv an sie beim großen Feuer mit den Kindern.

An diesem besondere Tag wählte ihre Tochter in eine andere Welt zu gehen.

 

Ich dachte mit meinen Gebeten und Segens-Gedanken an diese Mama, dass sie die Schönheit und Gnade in all dem erkennt, dass sie sich allen Gefühlen stellt und hingibt.

Dass sie weiß, ihre Tochter ist näher als nah, gerade an diesem Tag, in dieser Sommerzeit und, dass sie weiter „lebt“ auf einer anderen Ebene, dass sie dort große Aufgaben haben wird, die sie sich selbst wählt, dass sie in Liebe und Dankbarkeit auf ihre Mama schaut und neben ihr steht, sitzt und geht, sobald sich ihr Herz ihrem Kind zuwendet.

 

 

Ja, all das war gestern in mir und ich spürte später, als ich alleine war, selbst eine Trauer über unser beider großes Schicksal, diese göttlichen Geschenke, wenn wir es so sehen dürfen.

 

Ja, es tut weh und dann gehen wir durch, weil wir im Feuer stehen bleiben, im Schmerz, in der Wucht und Gewaltigkeit, wenn es kommt und wir wissen, es geht wieder und es bleibt ein sanfter Geruch ihrer Schönheit und Zartheit an uns hängen. Wie ein hochreines ätherisches Öl, was wundervoll, atemberaubend duftet und doch so flüchtig ist.

Die Erinnerung bleibt, der Hauch von Einzigartigkeit und Göttlichkeit.

Wir werden es nicht vergessen, den Geruch, das Gefühl und das alles miteinander verbunden ist.

 

 

Der erste Todestag von Leonie, Simon, Stefan kommt noch zu uns, in unsere Familie, zu uns an den Platz.

Und wir möchten das Wochenende zum 3. August feiern.

Mit ihren Freundinnen und Freunden, mit all jenen, die an sie und das Leben glauben. Das Leben hier und das Leben dort. Und mit jenen, die für uns da sind, die uns in unserer Art zu SEIN sehen, die DA sind und mit uns sein möchten.

Es gibt alle Gründe dafür diesen Tag, diese Tage zu feiern, zu zelebrieren.

 

Wir wollen sie als Menschen in unserem Leben und ihren Weg zu gehen ehren,

wir möchten sie in uns wach und lebendig halten in ihrer Einzigartigkeit, Liebenswürdigkeit und Schönheit.

Auch in dieser Gewaltigkeit der Berge, die wir vor zwei Wochen sehen, atmen und erleben durften. Ein wunderbarer Platz zum Sterben, zum hier Fortgehen, ins ÜBER-ALL gehen, ins ONENESS ~ verbunden mit Allem was IST, das woANDERS SEIN.

 


 

9. Juni 2018

 

Heute waren wir am Berg.

 

Am Aussichtspunkt zu der gigantischen Bergkette, zu der der Piz Bernina gehört und er ist der Größte, d.h. der Höchste, Aufregendste und Anspruchsvollste und von Alpinisten der Begehrteste.

 

Wir trafen uns mit dem Carabinieri, der damals für die Bergung und Bearbeitung des Bergunglücks am 3. 8.2017 unserer Kinder verantwortlich war und gut deutsch spricht. Er bot uns jederzeit seine Hilfe an, bei Unklarheiten, Anliegen und für einen Besuch.

 

Und dieser „Besuch“ war jetzt dran.

 

Wir wollten eigentlich alle fahren, doch waren wir nur zu viert. Der Jüngst wollte dann doch nicht. Wir respektierten sein Zögern und seine Wahl zu Hause zu bleiben.

 

Unsere Hinfahrt in die Schweiz war leicht, ohne Stau, sogar ohne Stress, vor dem wir alle etwas Bange hatten.

 

Zusammen als Familie mit Erwachsenen, die alle so anders sind in einem Auto.

 

Auf dem Weg zu unserem Übernachtungshaus sahen wir immer wieder die schneebedeckten Berge, klare, stark fließende Flüsse, Wasserfälle, türkisfarbene Seen, viel Grün, Wald, hügelige Bergwiesen, kleinere und größere Berge.

 

Es war wenig Verkehr, doch viele Motorräder und noch mehr mutige Radfahrer, die diese steilen, kurvigen Straßen befuhren.

 

Bewunderung, Staunen vor so einer anstrengenden Herausforderung.

 

Es war noch hell als wir ankamen und direkt an unserer Unterkunft, einem alten Ospitz Bernina, wartete ein türkisblauer stiller See und ein monumentaler Berg mit diversen Schneeflächen auf uns. Nachts hörte ich sogar das Rauschen der herabfließenden Wasserfälle an verschiedenen Stellen des Berges, die nur mit einem Fernglas zu sehen waren.

 

Hinter dem Haus waren ebenso Schneestellen und größere Hügel, die wir hinaufstiegen am Abend nach unserer Berg-Anschau-Tour.

 

Uns von einer Aussichtsplattform den Berg anzuschauen, war für uns sehr wichtig, manchmal für mich sogar berauschend, so nah an diese weißen, majestätischen Berge zu kommen, an denen unsere Kinder abstürzten. Es war im Nachhinein „nicht so schlimm“ und beängstigend, wie es uns, jeder für sich anders, das in verschiedenen Dimensionen innerlich ausgemalt hatten.

 

Das Sprechen darüber war ebenso beruhigend und verbindend.

 

Wir hatten so schönes Wetter, wie noch kein einziges mal in diesem Jahr, sagte uns der junge, zuvorkommende Polizist, der sich für uns Zeit genommen hatte und mit seiner konzentrierten Aufmerksamkeit und seinem Wissen präsent war.

 

Er hatte vorher schon mit der Seilbahngesellschaft gesprochen, so dass wir als Hinterbliebene von tödlich verunglückten Bergsteigern, keine Gebühr zahlen brauchten.

 

 

Innerlich bemerkte ich sofort einen Gedanken in einem Bereich meines Kopfes, ob ich oder wir das verdient hätten.

Im Tiefsten richtiggehender „Wahnsinn“ so etwas zu denken, doch zeigt es mir deutlichst, was da in mir stattfindet, wie ich über mich denke. Ein wichtiger Weg zu Selbstachtung, Selbstliebe und Selbstrespekt!

 

Doch es kam große Dankbarkeit über mich und diese Gefühle von Demut und endloser Liebe durchdrangen diesen großartigen Tag in allen Facetten.

 

Außer uns und dem Polizisten waren nur zwei Frauen ohne Gepäck in der großen, geschlossenen Glasgondel. Die Fahrt mit der Seilbahn, gefühlt ein atemberaubender Höhenunterschied, die Aussicht auf die Umgebung, das Ankommen und dann im nächsten Augenblick vor diesen gewaltigen Bergen zu stehen, ließ mich wirklich mit offenem Mund und großen Augen zur  Aussichtsplattform laufen, fast wie im Traum, auch wenn mir klar war, das ist total echt und real.

 

 

Ohne Sonnenbrille wäre das kaum auszuhalten gewesen, dieses glitzernde, blendende WEIß.

 

Diese Anmut an Größe, die uns erst Stunden später tatsächlich bewusst wurde.

 

Wir sahen eine Gletscher-Wandergruppe als sie losging, doch dann später unten auf dem weißlich und türkis-blau schimmernden Gletscher, diese kleinen bewegenden Mini-Humans.

 

Mit dem Fernglas konnten wir sehen, dass es diese Menschengruppe war.

 

Die Entfernung war so zu sehen, wie sie dorthin gelaufen sind, wieviel Zeit sie gebraucht haben bis unten und dann auf dem Gletscher entlanggingen.

 

Und so winzig klein.

 

Der Polizist erklärte und zeigte uns wie diese Hochgebirgs-Tour zum Biz Bernina über den Biancograt durchgeführt und angegangen werden können.

 

Zwischen zwei Bergen, in der dunkelen, wie schneefrei aussehenden Kuhle, wo sie in ihrem Biwak in der Nähe der Berghütte genächtigt hatten. Die anderen Bergsteiger, die ebenso den Biancograt zum Piz Bernina an dem Tag aufsteigen wollten, kamen aus der Hütte gegen 2.30 Uhr am morgen. Unsere drei waren schon aufgebrochen um den ca. drei sündigen Marsch zum ersten Aufstieg zu gehen.

 

Dann der Aufstieg zur Haiflischflossen auf Eis und Schnee, die sie mit ihrem vielen Gepäck (da Zelt, Kletterutensilien, Leonies Fotoausrüstung die überall dabei war und Anderem, was sie für ihre viertägige Hochgebirgstour dabei hatten.

 

Die weiße Fläche, an der die drei jungen Bergsteiger herabstürzten, die zehn Notrufe, die innerhalb weniger Minuten bei der Rega, der „Alpinrettungschweiz“ eingingen von Bergsteigern auf der Tour, die es mitbekamen, der Hubschrauber mit Arzt, der abgeseilt den Tod der drei bestätigte, doch die eigentliche Rettung erst am nächsten Tag durchgeführt werden konnte.

 

Es war ein Lauschen, ein hinschauen zu diesem der größten und schönsten Berge dieser Schneeberg-Kette ab und an ein Fragen.

 

Nach einem Austausch bei einem Cappuccino, was wir an Gipfelbuch-Berichten von diesem Tag und dem Unglück gelesen hatten, dem sprechen über den Tod, dem Verarbeiten, dem Umgang der Bergretter mit solchen Unglücksfällen, verabschiedeten wir uns mit Dankbarkeit von dem Polizisten.

 

Wir waren für uns noch eine ganze Weile an dem Hochplateau, um zu laufen, die Hügel aufzusteigen und jeder für sich immer wieder diese prächtige Bergwelt zu bestaunen, den individuellen Gedanken und Gefühlen nachzuhängen.

 

Die unfassbaren Stille und Größe all dessen, was wir innerlich und äußerlich erlebten zu verarbeiten.

 

Für mich war es eine neue Erfahrung, wie anstrengend es für mich war durch den Schnee zu stapfen und immer wieder bis zu den Knien einzusinken, die dünnere Luft, die mich rasch atemlos werden ließ.

 

Und mich an ihre Erzählungen von bestimmten Bergtouren zu erinnern, wie sie einmal in einen Schneesturm kamen und sie bei jedem Schritt im Schnee versanken und die fünffache Zeit brauchten, um zu einem geschützten Platz zu gelangen.

 

Was haben sie alles erlebt, zu zweit, mit mehreren erfahrenen Bergsteigern auf Hochtouren zu sein oder zu dritt, zu viert.

 

Doch oft bewältigten sie spontan am Wochenende eine Tour zu zweit.

 

Leonie ist ihrem Liebsten bedingungslos gefolgt. Sie betonte mehr als einmal, dass das wahrhaftig Meditation sei, das auf die Berge gehen, das Klettern, das Bergsteigen.

 

Und sie liebten das, was sie sich mit ihrem jungen Unternehmen ART OF CLIMBING erschaffen hatten. Mit dem sie die Welt der Berge in Europa, doch auch darüber hinaus, erklimmen wollten. Und es war im Äther, das ihre „ein-Jahr-Weltreise“ auf eine nicht bestimmte Zeit ausgerichtet war. Beide wussten, dass sie bei Bedarf mit ihren vielfältigen Gaben jederzeit Geld verdienen würden.

 

 

 

Nun, unser Ausflug war auf vielerlei Ebenen heilsam. Und ich ahne, dass die Jungs für sich alle zusammen dort hinreisen möchten.

 

Ich würde sofort wieder zu diesen Bergen und zu irgendwelchen Bergen reisen.

 

Gigantisch, atemberaubend, brillant, majestätisch,purity.

 

Pracht, Herrlichkeit, Grazie, Anmut, Schönheit.

 

Das ist Schöpfung.

 

Eine Facette Ewigkeit.

 

Ein Hauch Himmel, Paradies auf Erden.

 

Göttlichkeit, Reinheit, pure Natur und Gnade das zu erfahren.

 

 

 

Für mich war an und in diesem Erleben eine allumfassende Einheit mit ihnen überaus zu spüren.

 

Mit ALLEM.

 

Der Tod unseres empfindsamen Erdenkleides steht hier direkt neben dem Lebendigen, Atmenden.

 

Es nimmt dem Tod unsere Vorstellung von Schrecken und Graus, da das Weite, Goßartige, Endlose, Ewigliche, Himmlische, Gnadenvolle und Schöne in ihm IST.

 

Ich spüre, die Berge sind ein guter Platz zum Sterben.

 

 

Zum Übergang in die andere Welt, den Himmel, zur Schöpferin, zur ALLmutter, zum Ursprung, zur ewigen Liebe, zu ALLEN die vor uns gegangen sind und kommen werden, zum Ewigen.

Es ist friedlich in meinem Herzen.

 

“Frieden wird in die Herzen der Menschen kommen,

 

wenn sie ihre Einheit mit dem Universum erkennen.”

 

Black Elk, Lakota Medicine Man

 

 

 

Mega(lomanische) ErSCHÖPFUNG.

 

 

Nach wochenlangen Vorbereitungen auf die Göttinnen-Konferenz in Wien, bei der ich nicht nur mit meinen `Essenz der Göttin - Ölen und Essenzen` einen Stand am „Markt der Fülle“ hatte, sondern hinzukommend Workshops und Vorträgen ein Teil meiner physischen und emotionalen „Anstrengungen“ war.

 

Die schwesterngleichen, authentischen Begegnungen mit bekannten und neu kennengelernten Frauen und Männern, waren vielschichtig, tief und ab und an „berauschend“ in ihrer Essenz, sich verbunden, verstanden und gesehen zu wissen.

 

Natürlich und wie aus einer Selbst-VERSTÄNDLICH-keit entschlüpfend, ging es in diesen Begegnungen auch um Leonie, um sie und Simon und ihren Kletterfreund, um ihren Absturz-Tod in den Bergen, den Umgang damit und meinem außerORDENTLICHen Blick darauf, meinem SelbstVERSTÄNDNIS, der Verbindung zur Göttliche Existenz, in der das irdische MenschSEIN ein Nano-Bruchteil im Großen und Ganzen unserer Seele ist.

 

 

 

Die Wochen (Monate) meiner Arbeitsphasen beschrieb ich schon mehrfach als blockiert oder schlichtweg als schmerzvoll frustrierend bis „kriege kaum was fertig“, da ich zur Herstellung einer Essenzen,

z.B. „Körperbewusstsein ~ lebendig & authentisch leben“ über 600 kleine und größere Fläschchen aufdrehe,

manchmal 7 Minuten mit einer kleinen Öl-Flasche über dieser violetten Flasche ausharre,

bis sich eines der ätherisch-balsamischen Öl-Tropfen vom Ausgießring gelöst hat und sich, wie in einem Zeitlupen-Raffer, endlich meiner Essenz hingibt.

 

So ist jeder der ca. 7900 Tröpfchenen ein Bestandteile einer einzigen Essenzen-Mischung.

 

 

 

Gerne wollte ich alle meine 17 Essenzen-Themen neu mischen, auch wegen der komplett neuen Etiketten mit Fotos,

von denen die meisten aus Leonies reichhaltigem Laptop-Erbe stammen.

 

 

Ich bekam unsagbar viel Hilfe, vor allem geistig-moralischer Art, doch auch rein menschlich und praktisch.

 

Eine Rockwerk-Vereins-Frau, designte mir phantastisch und edelschön meine Etiketten, schöner noch, als ich es mir hätte vorstellen können. Und sie selbst war bezaubert und freute sich wie eine Schneekönigin, mir dieses gelungene Resultat mit nach Hause geben zu können.

 

 

 

Mein Liebster, mein Mann, mein Klaus hat mich ungezählte Male besänftigt, beruhigt, aufgebaut, ermuntert, erleichtert und mir vor Augen gehalten, in welch einer umwälzenden und unverhältnismäßig extremen Lebenssituation ich mich gerade befinde und nichts müssen muss.

Unsere komplette Familie!

 

 

Wie oft war ich von meiner Antriebsschwäche, einer Apathie enttäuscht oder schlichtweg schockiert, dass ich nach zweieinhalb Stunden so erschöpft war wie sonst nach 10 Stunden mit meiner Arbeit.

 

 

 

Ich sehe, wie alles geführt war und IST.

 

 

 

Selbst meinen Fahrrad-Unfall in der Stadt sehe ich mit diesem Blick,

 

der vier Tage vor meiner Wien-Reise passierte.

 

Mich fuhr eine Autofahrerin an einer Ampel um, weil sie plötzlich zurück fuhr, um die Spur zu wechseln.

Sie hatte nur in die Seitenspiegel geschaut und mich nicht hinter ihr stehend gesehen.

 

Ich hatte einen richtig-gehenden Schock mit Zittern und Weinen.

 

Mir war alsbald bewusst, dass ich bei einem größeren Auto, LKW oder einem Bus, hier mein Leben hergegeben hätte.

 

 

UND.......mir ist klar, dass ich gerne noch eine Weile hier sein möchte.

 

In meinem Körper auf der Erde,

mit meinen Gaben,

mit meiner Familie und Menschen,

die mir wichtig sind.

 

Ich glaube auch daran, dass ich noch erheblich Vieles lernen darf und kann.

 

 

Ein Tag vor meinem Um-Fall starb eine gute Bekannte bei einem Autounfall hier in meiner Nähe.

An diesem Platz,

der vor nicht allzu langer Zeit

von einem großen Stück Natur mit Bachlauf, Bäumen, Wiesen, Feldern

zur Schnellstraße und einem Einkaufszentrum verbaut wurde,

sind bis heute wahnsinnig“ viele und schwerwiegende Unfälle geschehen.

 

 

Es zeigte mir schon nach den ersten Wiederholungen an Unfällen, dass hier eine Erdheilung dringend NOT-WENDIG ist.

 

Die Naturwesen dieses Ortes sind radikal ihres Lebensraumes beraubt worden. Sie sind hilflos und verzweifelt.

 

Das Chaos macht sich nicht nur energetisch an diesem Platz breit, sondern vereinnahmt sensitive, zartbesaitete Wesen auf verschiedensten Ebenen.

 

Schon eine ganze Weile denke ich wieder und wieder daran, mich mit einigen Menschen zu verbinden, damit hier Heilung stattfinden möge.

Es wird Zeit zu handeln und es wird kein leichtes Spiel sein.

 

 

Ich erinnere mich an eine indianische Weisheit, die besagt, dass wir von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen sollen um zu warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt hat.

 

 

Durch die vielen Wochen, in denen ich übermäßig eingebunden war, in mein ER-Schaffen und TUN, doch auch in alle energetischen Umbrüche, die im Kosmos stattfinden,

gleichsam familiäre Geschehnisse,

kam ich kaum zum Schreiben.

 

Schreiben ist für mich spürbares Verarbeiten,

BeGREIFEN,

Erleichterung,

ein KLAR-werden und

Reflexion meines Lebens,

gleichzeitig Gebet in Worte gesetzt.

 

Mein sprechen mit Gott-Göttin,

mit meiner tiefsten Essenz und dem Höchsten, Ewigen, das ich mir vorstellen kann,

durchdringt mein Wesen,

mein Aufwachen zur Morgendämmerung und hinein-beten in den Tag.

 

 

Meine Gedanken, Lieder beim EINschlafen sind Gebet.

 

 

Wenn ich mein heißes Wasser trinke oder Essen zubereite, bevor ich esse.......

Gebet,

das Sprechen mit Gott-Göttin,

es geschieht einfach,

ohne eine wirkliche Absicht.

 

 

Meine Spaziergänge sind Gebet,

bevor ich mit jemandem telefoniere bete ich,

stelle ich mich ins Licht der Göttin, bitte um IHRE Gnade, Liebe und Bedingungslosigkeit und,

dass IHR Wille zum Wohle aller geschehen möge.

 

 

Es ist kein Standard-Gebet,

es ist ein sanftes, fließendes Wispern,

wie ein kleiner Bachlauf, der absichtslos und hingegeben seinem Dharma folgt.

 

 

Es ist die Verbundenheit mit dem was mich spürbar umhüllt und durchdringt,

 

deren Energie ich schon kannte,

bevor sich mein Körper manifestierte und ich weiß ebenso,

 

wie ich mich als Seele verEINige, sobald sie sich von diesem irdischen Körper für immer trennen wird.

 

 

 

Ich schreibe über das, was ich „Gebet“ nenne, über Seele und SEIN und ich unabdingbar darüber sinne

bzw. in diesem „Pudding des Lebens“ spazieren gehe (so fühlt es sich manchmal an, wie ein leckerer, süßer Pudding, in dem ich BIN und nasche und atme und gleichzeitig auch das NICHTS darin erkenne, was ich bin und was Pudding IST)…..

 

 

Und gleichsam, was unsere vollständige Essenz IST, die wir leben können und „sollten“ und wie oft ich mich davon entfernt fühle.

 

 

 

Dieses ICH selbst SEIN,

 

ich selbst sein ohne Verurteilung oder das Gefühl mit Makel und Unvollkommenheit behaftet zu sein.

 

Ich spüre, sehe, lebe es nicht100 % .

 

 

 

Mein Kopf und mein Körper „wissen“ es, dass wir ALLE reinste Liebe sind.

 

Es kann gar nicht anders sein, da wir ALLE vom Ganzen kommen und zu diesem Endlosen und Gigantischen zurückkehren.

 

Und ich frage dann, wenn ich zweifle, wenn ich ermüde (und mir das anscheinend nicht gerne erlaube),

 

WIE ich es schaffe,

 

ab JETZT

 

in dieser Erkenntnis zu leben,

 

nämlich niemals Angst haben brauche vor meiner wahren, leuchtenden Natur, meinem liebenden, göttlichen Wesen.

 

Und dass wir ALLE miteinander verbunden,

verwoben und EINS sind,

das Große, das bedingungslos Liebende und ONENESS sind.

 

 

 

Ja und dann sind die Toten gleich wieder HIER.

 

Nicht woanders, das es das Andere nicht gibt, sonder alleine DAS.

 

Das EINE.

 

Verbundenheit.

 

 

Dankbarkeit das zu spüren, zu atmen.

 

 

 

Bei einem Vortrag an der Göttinnen-Konferenz, er hieß: „Hat die Göttin einen Vogel?“,

 

ging es um die mythischen, uralten Göttinnen der Lüfte verschiedenster Kulturen,

 

die mit ihren gigantischen Schwingen, Flügeln,

 

ihren herausragenden Gaben und Mächten,

 

ihrem Überflug und damit ihrem Überblick,

 

ihrer transformierenden Kraft, ihrer reinigenden „Gewalt“,

 

ihren Kreisläufen von Schöpfung, Wachstum, Verfall und Zerstörung,

 

doch auch ihrer Zartheit und Feinheit und Ästhetik, Schönheit, Anmut und Leichtigkeit……

 

 

 

Ich habe Leonie so stark und immer wieder gespürt!

 

 

Ihre Zeichen, die sie als Schamanin seit ihrer frühen Kindheit setzte,

 

die erhalten geblieben sind, als Spirit oder richtig materiell,

 

die jetzt nochmals einen anderen Blick auf ihr Wesen geben,

 

auf immer neue Facetten ihrer Einzigartigkeit und Großartigkeit,

 

ihrer EinfachSEIN und ihrer tiefen Verbundenheit mit den Elementen, des Irdischen, Mutter Erde.......

 

 

Wakan Tanka

 

 

Das große Geheimnis, das große Ganze, ein alles in sich tragender Spirit.

 

Sie war mit diesem Spirit verbunden, wo immer sie sich befand und sich JETZT befindet.

 

 

„Wakan“ bedeutet heilig.

 

 

Heilig ist für Schamanen jedes „Ding“ auf der Welt.

Alles Sichtbare und Unsichtbare besitzt Geist, Spirit, Wakan Tanka, die innewohnende Seele, die ohne Anfang und ohne Ende ist.

 

Wakan Tanka bezeichnet, den über allem stehenden Geist, dem alle Dinge dieser Welt und des Universums untergeordnet sind.

 

 

 

Oh ja, es hat oft in mir geschrien und gewimmert,

vor Schmerz,

vor Staunen,

vor Nähe mit ihr,

vor den vielen Parallelen, die ich erkennen konnte aus ihrem Leben,

ihren Feinheiten,

ihrer ganz besonderen Intelligenz und Verschwiegenheit.

 

 

Ich konnte meinen Empfindungen kaum den nötigen Raum geben

und es hat mich sehr, sehr viel Kraft gekostet,

auszuharren,

auszuhalten.

 

Wie gerne wäre ich einfach weg in die Natur,

in die Stille,

alles gefühlt,

alles geweint,

meine Liebe,

meinen Schmerz,

meine Zurückhaltungen laut in den Himmel gebetet.

 

 

 

Ich habe es „gut“ gemacht,

habe gewartet,

bis das Abschlussritual beendet war,

die letzten Menschen durch den „Markt der Fülle“ schlenderten,

dann Abbau,

Auto bepacken,

Abfahrt zur langen Fahrt zurück.

 

 

Hier wartete auf mich das erste Geschwister-Nichten-Neffen-Treffen meiner Familie in der Rhön,

zu dem ich spät Abends noch dazu kam.

 

Ein komplett neues Schwingungsfeld einer eigenen Welt mit ALLEN meinen sechs Geschwistern mit Frauen-Männern und fast allen Kindern unserer Familien.

 

Das gab es in dieser Weise niemals zuvor.

 

 

Mein Ohrwurm nach den überirdischen Wiederholungen mit vielen, wundervollen Menschen:

 

„We All Come From The Goddess
And To Her We Shall Return
Like A Drop Of Rain,
Flowing To The Ocean“

 

Pfingsten

 

 

Ein christliches Fest, ein „frohes Fest“, an dem der Heilige Geist zu uns kommt und uns „neues Leben“ schenkt.

 

Ich komme aus einer ziemlich religiös geprägten Familie, für die ausschließlich die römisch katholischen Kirche das einzig Wahre und Richtige war.

 

Deswegen kenne ich Pfingsten als Erinnerungen, Geschmack und Empfindungen,

so wie Weihnachten, Ostern, Fronleichnam oder Karfreitag.

 

 

Als Kind hatte ich mehrfach „Erscheinungen“,

was für meine Eltern „ein Verbrechen“ war, eine "Schande" und für sie eine große Hilflosigkeit und Verzweiflung bedeutete,

so ein Kind zu haben, und ich vermutlich ab der ersten Erscheinung, an die ich mich erinnere, ein „schlimmes, UNmögliches und böses Kind" war, was in „die Klapse“ und nicht in eine anständige Familie oder in diese Welt gehörte.

 

 

Diese erste Erinnerung an das, was ich „leibhaftig“ mit vielerlei Sinnen kurz vor meiner Kommunion mit 8 Jahren erlebte, war, als ein für mich unvergesslich liebenswerter, schöner Jesus auf einem breiten, leuchtenden Lichtteppich über das Kirchenschiff, was mir gigantisch viel größer vorkam als es in Wirklichkeit ist, mit ausgestreckten Händen auf uns (die Kirchengemeinde) zukam, mit dem gütigsten Lächeln, das ich jemals sah oder fühlen konnte und hörbar und voller Liebe „KOMM“ sagte.

 

 

Pfingsten:

Zeit des Heiligen Geistes, der Lichtflammen, des Spirits, der Öffnung zum Höheren, zum Geistigen, zur Schöpfung, zum Licht.

Für mich ist es ein uns Öffnen unseres bedingungslos liebenden Herzens, vielleicht auch unseres Scheitel-Chakras, in das dieser Spirit in `Feuerzungen` eintritt, uns erfüllt, erleuchtet und durchdringt.

 

 

Diese Bedeutung, die Energie, das Geschenk der Pfingsttage ist für mich ein täglicher Aspekt des Lebens,

wie auch die Auferstehungs-Energie von Ostern oder die endlose Liebes-Energie des Weihnachtsfestes.

 

 

Ich kann mich an mehrere Situationen erinnern, in denen mich Leonie als Kleinkind in ihrem ungewöhnlich liebenswerten und für das Geistig geöffnete,

in einen seltsamen Zustand des Staunens, sporadisch auch zu einem innerlichen „Zusammenzucken“ brachte.

Es waren Momente, in denen ich in alte, schemenhafte Erinnerungen aus meiner eigenen Kindheit mit ähnlichen spirituellen Erfahrungen zurückversetzt wurde.

 

 

Mir war schon bei dem ersten Erlebnis dieser Art mit ihr bewusst,

dass es an mir und meiner Reaktion darauf läge, wie es mit ihr weiter gehen würde.

Und es war, nach einem kurzen Innehalten ein „Wissen“ in mir,

was entspannt darauf reagierte, als sei es das selbstverständlichste und "normalste" auf der Welt.

 

 

Nämlich Zwerge sehen, das Elfen und Feen wispern hören und sogar zu verstehe über was sie sprachen,

das Sprechen der Blumen, ob und wann sie gepflückt werden möchten

und dann einmal,

als sie von einem großen schwarzen Engel sprach, der neben einer älteren Frau stand, die drei Tage später starb.

Von diesem Engel sprach sie im Beisein dieser Frau, mit deren Tochter sie draußen war.

Und ich redete dann hektisch und laut irgendetwas, um das,

was Leonie gesagt hatte zu übertönen oder um schlichtweg abzulenken.

 

Ich war mir meiner Gefühle von Schrecken und Scham in dieser Situation überaus bewusst und ich sprach mit ihr dann beim Weitergehen noch darüber, dass nicht alle Menschen Engel sehen, so wie ich selbst diesen Engel nicht gesehen hatte,

doch ich glaubte Leonie ganz unangezweifelt.

 

 

Wir besuchten heute das Pfingst-Camp, zu dem Leonie und Simon, seit sie sechs und sieben Jahre alt waren, gehörten.

 

Eine Zeit "im Paradies", wie sie es beschrieb,

das mit ihren geliebten Pferden sein und ab und an bei den Pferden im Offenstall zu übernachten,

das Reiten mit ihren Freunden,

das Leben im Freien mit Übernachtung im Tipi oder im Bus ihrer Camp-Freundin,

mit Schwitzhütte und den schamanischen Bräuchen,

vielen Kindern und Kinderaktivitäten und dem entspannten ZusammenSEIN von Menschen,

die sich dazugehörig fühlten.

Leonie und Simon waren ein unabdingbarer Teil dieser Gemeinschaft und ihr Spirit war für mich heute spürbar.

 

 

Die Begegnungen heute,

mit Simons Familie,

mit ihrer besten Freundin,

ihrer geliebten Reitlehrerin und schamanischen Mama, die gerade mit ihren Isi-Pferdchen die Kinder reiten ließ,

mit einigen dieser schönen, ruhigen, wachen Menschen, die wir vom Abschiedsfest kannten, die ihre Lieder sangen...

 

 

Ja, wir konnten einen Hauch dieses „Paradieses“ atmen, schmecken.

 

 

Als wir mit dem Motorrad durch den Wald zurückfuhren,

konnte ich eine Zeit einen riesigen Vogel mit unglaublicher Spannweite beobachten.

Er kreiste neben uns und flog auch einige Kilometer im Umkreis von uns.

Es brachte mein Herz zum Beben, weil die großen Vögel, die wunderschönen und seltenen Federn, erheblich für Leonie waren.


Die Zeit vergeht,

manchmal ist es wie im Traum,

dass es schon 9 Monate her sein soll,

dass Leonie und Simon nicht mehr kommen können.

Irdisch gesehen.

Dann wieder kommt es mir wie eine gefühlte Ewigkeit vor,

ein halbes Jahrhundert und ich weiß gar nicht, wo ich stehe.


Ob alt oder jung, ob hier in unserem Garten am Feuer oder hochschwanger in diesem Lauschen nach innen um zu spüren, wann dieser Jahrhundertmoment gekommen scheint….
Oder in Indien am Meer, wo Leonie unsagbar glücklich war, als sie uns auf unserer sechsmonatigen Reise besuchte

und an dem Tag, als wir sie mit einer kleinen nachgeholten Geburtstagsfeier überraschten

und sie sich abends am Felsen mit der Blumenkette und einer Opfer-Kokosnuss spontan selbst heiratete.

Jeder Moment ist sehr stark, intensiv,

meine Tage könnten viele Stunden mehr haben um all meine Vorhaben zu bewältigen.
Ich weiß nicht, ob ich langsamer geworden bin oder ob der Verlust und die Verarbeitung unvorstellbar viel Energie kostet??

Ich kann sehr gut jeden Moment ANnehmen wie er ist,

auch die schmerzvollen oder wenn mir durch eine hochploppende Erinnerung einfach die Tränen aus den Augen strömen.


Und ich genieße sehr viel buntes, lichtvolles und LIEBEvolles in meinem Leben.


Dazu gehört meine intensive und heilsame, neue, tiefe Liebe zu meinem Mann,

und natürlich die innige Nähe zu den „Toten“, zu diesen wundervollen Seelen, die mir oft so nah sind,
die mir eine Hilfe sind,
die mich erheben und beleben,
die mir Mut zuflüstern und mich immer und immer wieder in diese Liebeswolke einhüllen,

die ich kurz nach dem wir es aus dem Mund eines Polizisten erfahren haben, so deutlich wahrnehmen konnte.


Leonies Freundinnen waren die letzten Wochen unbeschreiblich fleißig, denn sie haben Leonies ROADSTORIES* auf ihrer Homepage vervollständigt und sind an den Vorbereitungen für das geplante Buch dazu, wie es sich Leonie vorstellte.


Wir möchten zu den 52 Fotos mit den englischen Interviews noch jeweils eine deutsche Übersetzung mit hineinnehmen,

weil hier in der Gegend viele Personen nicht so gut englisch verstehen können.


Diese Interviews sind so tiefe und berauschende Einblicke ins Leben dieser Menschen,

die Leonie auf der Welt traf in dieser Zeit ihres Projektes,

dass es mir persönlich wichtig ist, dass auch ganz „normale“ Menschen, wie die Oma und ich,

alles wirklich verstehen und „inhalieren“ können.


So sind einige Interviews ja ausschließlich auf Englisch und wir bemühen uns darum,

dass es nicht nur Wort- oder Satz-Übersetzungen sind, sondern „Seelen-Übersetzungen“.
So, dass die Gefühle und die Energie dieses einzigartigen Menschen für alle spürbar sein wird beim Lesen.

Am 1. Jahrestag-Wochenende des 3. August, möchten wir hier drei Tage für uns und für SIE mit und für ihre Freunde feiern.

Bei den Schamanen ist die Seele eines jeden, der von der Erde gegangen ist, ein ganzes Jahr auf Reisen, bevor ALLE, ausnahmslos, dort ankommen, wo ALLES IST, beim Schöpfer - Wakan Tanka - Großer Geist – der ewig liebenden Göttlichen Mutter,

dem Licht aller Lichter.


Mir schrieb ein Schamane dazu:
“Viele Natives sagen, unsere Verstorbenen gehen in die Welt der Spirits ein - die sich in der Kraft der Elemente zeigen.

Ihre Reise zu den Spirits, ins Land der Ahnen, dauert ein Jahr.

Sie ist wie eine Wanderschaft..und diese Reise verläuft so, wie sie gelebt haben.
Wer im Leben Ehrlichkeit, Dankbarkeit, Großzügigkeit, Vertrauen, Vergebung und Liebe gelebt hat,

für den ist der Weg leicht zu gehen, bei schönem Wetter mit der Unterstützung der Spirit und Ahnen,

mit reichlich Nahrung und guter Unterkunft.
Wenn das Leben nicht so okay war, ist diese Reise einsam und beschwerlicher.....aber auch,

wer eine harte Reise hat, kommt nach einem Jahr beim Schöpfer an.“

 

Möge es eine leichte, friedvolle Reise für unsere wunderbaren Kinder sein.

Und mögen sie die letzte Etappe dieser Reise mit so viel Liebe, Unterstützung und Leichtigkeit gehen können.

 

Mitakuye Oyasin

‚Mitakuye Oyasin' ist ein Schlüsselwort der Lakota und bedeutet soviel wie:
"Alle meine Verwandten" oder "Ich bin mit Allem verwandt".
Dies verdeutlicht, dass es im Weltbild der indianischen Spiritualität keine Trennung zwischen Mensch und Umwelt gibt.
Es ist dieses Gefühl der Verbundenheit, der Einheit mit dem Schöpfer und allen Lebewesen
Alles ist eins.
Alles ist göttlich und heilig.

 

* https://www.leoniehochrein.com/roadstories/

 

13. Mai 2018 Muttertag

 

 

"In Indien bezeichnen wir Gott als göttliche Mutter, weil eine echte Mutter zärtlicher und nachsichtiger ist als ein Vater.

 Die Mutter ist eine Ausdrucksform der bedingungslosen Liebe Gottes.

 Gott schuf die Mütter, um zu zeigen, dass er uns auch ohne Ursache liebt".  ~ Paramahansa Yogananda

 

 

Ich bin Mama.

 

Heute ist Mutter-Tag.

 

Im Grunde ist immer Muttertag, für mich jedenfalls.

 

 

 

Seit 40 Jahren bin ich Mutter. Meine älteste Tochter, die tot geboren wurde, wäre jetzt 40 Jahre.

 

Danach war ich noch dreimal „erfolglos“ am Mutter werden, bevor ich mein erstes lebendes Kind gebären konnte.

Das mit den Kindern vor meinem Ältesten sollte nicht sein.

Es war jedesmal wieder neu ein Schock, Verzweiflung, Trauer und unverarbeitetes Runterschlucken, auch wenn ich durch meine beiden Studiengänge das Therapieren und Hinschauen „lernen“ wollte und übte und selbst eine „große Psychotherapie“ machen musste, sogar beim „Meister“, dem Ober-Professor, bei dem andere StudentINNEN gerne einen Platz bekommen hätten.

Ich bekam einen dieser wenigen Plätze und empfand es fast drei Jahre sehr schrecklich und selbst im Nachhinein als vertane Lebenszeit. Dieser Mensch schlief während den Therapie-Sitzungen auf der Couch nicht nur regelmäßig ein und schnarchte, er roch zudem nach Moder, kaltem Pfeifenrauch, nach Vernachlässigung seines Körpers.

 

Für mich war das alles ekelhaft und er ging nach meinem Empfinden auf nichts ein, was ich erzählte. Und das kann ich immer noch so sehen, nachdem ich selbst 40 Jahre für andere Menschen da war, ihnen geholfen, sie begleitet habe.

 

Dieses gefühlte Desinteresse an mir und meinem Leben, das „MUSS“ an Stunden für meinen „Nachweis-Schein“ als Psychologin, Psychotherapeutin, dabei bleiben zu „müssen“ war eine schlimme Sache.

 

Heute wäre ich nach der zweiten Stunde und solchem Erleben nicht mehr hingegangen.

 

Heute bin ich eine andere und heute ist es tatsächlich leichter, ehrlich und authentisch seine Meinung kund zu tun und sich für sich selbst und sein eigenes Wohlbefinden einzustehen.

 

 

 

Muttertag -, den ersten ohne Leonie hier auf Erden in meinem Leben.

 

Wo sie jetzt auf ihrer Weltreise wären, die beiden, sie und Simon?

 

Nein, ich überlege es nicht ernsthaft.

 

Ich weiß, sie ist hier und wünschst sich sehnlich, dass es mir wirklich gut geht.

 

Und sie zieht ihren Plan gut durch in ihrer Welt.

 

Ich weiß es und glaube fest daran, dass unser Todes-Zeitpunkt als Mensch feststeht.

 

Und es ist ein Vorteil, es nicht zu wissen, wann dieser Tag bevorsteht, diese Stunde, diese Minute und Sekunde.

 

Für mich ist jeden Tag wieder von Bedeutung, dass es sich gut anfühlt, alles in Frieden IST, wenn ich heute meinen letzten Tag vor mir hätte.

 

Ich halte nichts zurück vor den Menschen, die mir wirklich wichtig sind und ich habe niemandem noch etwas zu vergeben.

Ganz gleich was es mal war.

 

Und ich hoffe und bete darum, dass mir jeder vergeben konnte, wenn da etwas war, was nicht im Recht, in Liebe, in Klarheit und Wahrheit war.

 

 

Ein schöner, heller, grüner, sonniger Mutter-Tag.

 

 

Ob und wie sich meine drei Jungs melden, weiß ich nicht.

Und ich fände es schmerzvoll, wenn sie sich in irgendeiner Weise mir gegenüber als meine Söhne verpflichtet fühlen würden.

 

 

Ich habe meine Kinder empfangen, habe sie gerne und geduldig ausgetragen, sie mutig und mit Liebe, Achtsamkeit und in heimischer Atmosphäre, zwei davon im Wasser, geboren und mit aller, tiefster, wahrhaftigster Freude in meinem Leben willkommen geheißen.

 

 

Ich war für jedes meiner Kinder die Mutter, die ich ahnte, glaubte, spürte sein zu wollen.

 

Denn jedes ist so unterschiedlich und einzigartig anders.

 

Eine eigene Welt, ein kostbares, kleines Universum für sich und jederzeit WUNDER. Bis heute.

 

Und so war und bin ich für jeden ganz individuell mit meiner Liebe, meinem Segen, meiner Fürsorge, meinem Freigeben, meinem hergeben eigen.

 

Jede Begegnung ist neu.

 

Unschuldig und frei.

 

Ich lasse das Beste und heilsamste geschehen.

 

Ich bin dankbar.

 

Und ich bin stolz.

 

Ich bewundere meine Kraft, meinen Mut, meine Energie, mein Dienen und mein Da-SEIN, so wie ich es konnte.

 

Auch wenn ich eine perfekte Managerin war im Organisieren, da ich neben meinen zehn Schwangerschaften, meinen vier Kindern, der fast achtjährige Still-Zeit, immer berufstätig war. Doch wenn es um etwas Dringliches ging, war ich da und präsent, ein Vorteil meiner eigenverantwortlichen, selbstbestimmten Praxis.

 

So wurde jede Kinderkrankheit auskuriert, ausgedehnt durchlebt, nie gab es ein Antibiotika und erfolgreich konnte ich mich für meine Impf-Ablehnung einsetzen. So durften meine Kinder alle ihre Krankheiten in ihrer Zeit mit ihrer Mama, mit Unterstützung von Homöopathie, von spagyrischer Medizin, mit Liebes-Märchen und vielen Bilderbuch-Stunden zu Hause verbringen, um dann mit einem kräftigen Entwicklungsschub neu in eine wertvolle Phase voller Vertrauen, Stärke, Freude und Gesundheit übergehen.

 

 

Ich bin total gerne Mama.

 

Ich liebe es Mutter zu sein und Liebe es zu dienen, zu versorgen, zu verwöhnen.

 

Ich weiß sehr gut, wie das geht und ich fühle, wie dankbar meine Kinder dafür sind.

 

 

Mich „stolz“ zu fühlen ist ziemlich Unspirituell.

 

 

Wichtig ist für mich, ob ich entspannt lieben darf, Liebe geben und Liebe empfangen kann.

 

Das Leonie jetzt nicht mehr hier als irdische Tochter mein Mutter sein beschenkt..... gerade jetzt spüre ich keine Trauer.

 

Ich spüre Tiefe und Verbundenheit, Liebe über alle Facetten, Ebenen, Welten und meine Dankbarkeit, dass diese vier wundervollen Seelen ein unbeschreibliches Glück in meinem Leben SIND.

 

Kinder sind WUNDER der Schöpfung, Wunder, die durch uns in diese Welt kommen durften und wollten.

 

Ich habe alles in meinen Möglichkeiten stehende gegeben und bereitgestellt.

 

Sie sind frei, ihre einzigartige Göttlichkeit in diese Welt zu schenken.

 

Ob und wie sie es tun, dazu erbitte ich unablässig die Segnungen der Göttin.

 

 

Mögen alle Mamas sich heute glücklich fühlen.

 

Halleluja.

 

Möge jede Mama den Segen spüren.

 

Und ich habe schon mit 20 Jahren geliebt, was Khalil Gibran über Kinder schrieb:

 

Von den Kindern

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.
Khalil Gibran 1883-1931

 

 

 

 

The Roadstories Project by Leonie Hochrein

 

https://www.leoniehochrein.com/roadstories/

 

I want to create and share authentic pictures and stories. I want to have meaningful conversations. I want to have social contacts that are based on honesty, love and mutual appreciation. I want to step regularly out of my comfort zone.

Based on that thoughts, the Roadstories Project emerged. One portrait, one interview, one encounter per week.

 

Alle Fotos und die dazugehörigen Interviews auf Leonies Roadstories-Homepage

 

 

 

Ich habe sehr geweint, als ich Leonies ROADSTORIES-Seite sah und ihre Worte las.

 

 

Ja, das ist ein tiefer Schmerz, sie so intensiv und präsent zu spüren und zu wissen,

sie ist da und doch nie mehr in unserer Wirklichkeit hier.

 

 

Ihre zwei Freundinnen haben fast zwei Wochen an der Vervollständigung Leonies Roadstories und dem Buchprojekt gearbeitet, voller Freude, da sie wissen, was Leonies Herzenswunsch war und ist....

 

 

Es wird auch ein deutsches Buch geben, weil einige das Englisch nicht so verstehen,

ich selbst oder Oma-Margot, die auch in einem Interview von sich, ihrem Leben und "zu Hause" spricht....

 

 

Möge alles gelingen. Sie ist so voller Liebe dabei.

 

 

 

https://www.leoniehochrein.com/roadstories/

 

 

 

9. Mai 2018

 

 

Mein Tag könnte gut und gerne 43,8 Stunden haben.

 

Vielleicht wäre dann genügend Zeit um alles zu „erledigen“, um zu schreiben, zu lesen, zu sprechen, zu lauschen, um Zeit für mich und die Natur zu haben, für die gnadenvolle Präsenz, die im Alltäglichen gefühlt immer zu kurz kommt.

 

Heute schon vor 5 Uhr in meinen Morgenritualen, mein Sitzen, innerlich chanten, beten, im Liebesstrahl der Göttin baden, dieser bedingungslosen, strahlenden, ewigen Liebe.

 

Und meine Bitte, dass Leonies und Simons kreative, lichtvolle, tröstende Gnade in meinem Tag, in meinem Leben,

in ALLEM sein möge – für alle Zeiten.
 

Ich spüre so viel Verbindung und Dankbarkeit.

 

Gestern, bei der Veranstaltung „Tod-Reden“ um 18 Uhr, waren richtig viele Leute, mehr als ich habe denken können, dass sich in Fulda ca. 30 Menschen zusammen um einen langen Tisch setzen und über das Thema Tod reden.

 

Ich wusste ja, dass ich ca. 35 Minuten vorher gehen musste, wegen meinem Yogaunterricht, der jeden Dienstag als offener Abend stattfindet.

 

Klaus war schon weg, um den Abend bei und mit den „trauernden Eltern“ zu verbringen. Als er nach Hause kam, hatte er sichtlich und spürbar eine „Ladung“, hatte schon „Dampf abgelassen“, wie er sein seltsames Rauchen nennt, was seit unserer Rückkehr aus Indien, nach unserer sechsmonatigen Reise, ein fragwürdiger Bestandteil von ihm ist.

 

Er hatte einer Frau, die ihre Leidensgeschichte erzählte, „seine Zeit und sein Lauschen geschenkt“. Er kam nicht dazu von sich und seinen tieferen, ihn selbst und ganz individuell bewegenden Anliegen zu sprechen.

 

Ähnlich ging es ihm auch einen Abend zuvor, bei den „Trauernden Männern“, da es „mehr Stammtisch“ war als dass es um Trauer-Themen ging.

 

Ich selbst hatte dafür gleich zwei längere und tiefe Gespräche am Montag mit zwei befreundeten Frauen, in denen ich sehr gut meine Gefühle wie Ärger, Wut und meine gefühlten Zurückhaltungen reflektieren konnte und allgemein ein nährender Austausch stattfinden durfte.

 

 

Ich hatte niemals so viel Feedback auf mein Geschriebenes bekommen, wie zu dem, was ich am 5. Mai schrieb, nämlich von meinen Wut-Ärger-Gefühlen, dass Menschen nicht mit mir selbst, sondern mit anderen über mich sprechen.

 

Dazu bekam ich vor allem geschrieben, dass das ja „normal“ und berechtigt sei, solche Gefühle zu haben und ich die annehmen und in verschiedenster Weise damit umgehen solle.

 

Seltsamerweise sind meine Gefühle mit dem „weg“-Schreiben oft nicht mehr so krass da oder sie verändern sich spürbar in eine Qualität hinein, die mich dann mit größerem Verständnis für mich selbst und einer Mitgefühl-Zärtlichkeits-Geborgenheits-Wolke einhüllt.

 

Ich sage nicht und niemals „alles transformiert“ zu haben, alles „transzendiert“, alles erfolgreich therapiert und geheilt und als „erledigt“ abgehängt zu haben.

 

Das kann ich gar nicht und weiß, das ist nicht möglich.

 

Es sind immer kleine wunderbare Schritte in das Gefühl von O.K.-SEIN,

von Frieden,

von einem Moment zum anderen tief und wohlig zu atmen,

von stiller Freude,

von Dankbarkeit,

von Schönheit sehen und Schönheit riechen,

VerbundenSEIN mit Mutter Erde

oder Menschen,

die mir wichtig sind oder ich ihnen,

und meine Dankbarkeit einen gesunden Körper zu haben,

mich attraktiv und duftend und geliebt zu fühlen.

 

Vor allem Dankbarkeit lieben zu dürfen und zu können.

 

Und dann gibt es da diese Momente, in denen ich weiß, dass ich nicht mit meiner Natur, meiner wahren, großartigen Essenz von Geben und Liebe-Sein verbunden bin.

 

Momente, in denen ich mich ganz bewusst davon abschneide.

 

Zum Beispiel holte ich gestern vor dem Treffen freudig meine frisch gedruckten Karten bei meiner Rockwerk-Kollegin ab, um diese bei der „Tod-Reden“-Veranstaltung verteilen zu können.

 

Ich habe es nicht gemacht, mich nicht getraut meine wunderschönen Karten an dem großen, vollen Tisch zu verteilen.

 

Seltsam, was mich zurückhielt, da es ja eine phantastische Ergänzung ist zu diesem gigantischen Thema.

 

Ich möchte, dass mein „Lichtvoll Trauern... und unser Umgang mit Leben, Tod und dem DANACH“ in die Welt geht und wir als und mit Menschen darüber sprechen, uns austauschen und inspirieren.

 

Ich bin sehr dankbar für diese Zusammenkunft gestern mit den Tod-interessierten Menschen und die Zeit fand ich viel zu kurz.

Ich bedauere es, nicht noch länger habe bleiben zu können.

Doch ich fühle mich gegenüber meinen YogaschülerInnen verpflichtet, mein Angebot regelmäßig stattfinden zu lassen.

 

Ich erschrecke zu beobachten, wie oft und ständig ich mich zurückhalte, mich nicht viel freier gebe, verschenke und Meins lebe.

 

Z.B. gestern meine Karten zu verteilen, meine Ideen nicht nur auf schöne Karten drucken zu lassen, sondern in die Tat umzusetzen.

 

Überhaupt, wie oft in meinem Leben ich meine Kraft,

meine Natur,

meine Gaben,

mein Wissen runtergeschluckt

oder versteckt habe.

Im Grunde eine „Sünde“,

ein Wahnsinn,

etwas, das die Welt oder sei es nur einen einzigen Menschen,

reicher, leichter, lichter, friedlicher, freundlicher machen könnte,

zurückzuhalten.

 

 

Wie oft hatte ich mit sehr kranken Menschen zu tun, mit Sterbenden und es alleine darum ging, für diese kurze Zeit diese vollständige Essenz noch zu leben.

 

Endlich.

 

Wie waren viele erleichtert, so kurz vor ihrem Tod diese „Erlaubnis“ zu haben.

 

Und manchmal war die Zeit ganz schnell vorbei.

 

Im wahrsten Sinne des Worten. AUS und VORBEI.

 

 

Wieso nicht ICH im JETZT?

 

Ich als gesunde Frau mit so vielen Gaben,

 

ICH-SELBST zu SEIN.

 

Ohne Verurteilung oder das Gefühl mit einem Makel und Unvollkommenheit behaftet zu sein.

 

Meine Essenz IST im Kern reine Liebe. IST Schönheit, Grazie, Wunder, Einzigartigkeit.

 

Wir ALLE sind REINE LIEBE.

 

 

Wie könnte es anders sein, da wir ALLE vom Ganzen herkommen und zu diesem

Großen,

Endlosen und

GANZEN zurückkehren.

 

 

Wie schaffe ich es ab JETZT, nach dieser Erkenntnis zu leben, nämlich, dass ich niemals Angst vor meiner wahren Natur, meinem eigentlichen, göttlichen Wesen zu haben brauche?

 

Wir sind alle miteinander verbunden, verwoben, verflochten und zusammen EINS, Facetten desselben Ganzen, das bedingungsloses Lieben IST.

 

Dieses ONENESS habe ich einige Male in Ausnahmesituationen intensivst gespürt,

wie in dem sechswöchigen Schweigeretreat vor 11 Jahren an der Oneness-Universität in Chenai/Indien.

 

Da wurde ich mehrfach davon durchdrungen und es gab in diesen zeitlosen, universellen, multidimensionalen Momenten nichts anderes als dieses EINS-SEIN, mit ALLEM was Existenz bedeutet, verbunden und EINS zu SEIN.

 

Nicht nur mit den Menschen dieser Erde,

mit allen Lebewesen und Mutter Erde selbst,

sondern mit allem im Kosmos und mir wurde sehr bewusst,

dass es da keine Begrenzung gibt,

das Universum nichts Begrenztes ist.

 

 

Ich wundere mich, wie heute wissenschaftlich und von Physikern immer noch als wahr ausgeschrieben wird, das Universum, die Galaxien und Sonnensysteme seien b-e-g-r-e-n-z-t.

 

Unfassbar für mich mit meinem Verständnis von Liebe, Leben, Welt, Kosmos, allumfassendem Sein, Ewigkeit und Göttlicher Gnade.

 

Diese für mich existierende Endlosigkeit und Unendlichkeit,

 

die ich in solchen Zuständen meines Bewusstseins, eher meines ÜBER-Bewusstseins und ohne Körper- oder Zeit- & Raum-Begrenzung erfahre, gibt es für Wissenschaftler nicht, da sie lediglich das bis zur „Grenze“ Beweisbare annehmen.

 

Wie lächerlich das anmutet in diesem Bewusstsein von Grenzenlosigkeit.

 

Nein, nicht dass ich diese Menschen verurteile, im Gegenteil,

ich bewundere ihr Wissen,

ihr Forschen,

ihren Drang nach Wahrheit,

nach Beweisen,

ihre Passion und klar, auch ihren Mut etwas zu behaupten,

was für mich und ganz bestimmt für Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen wie ich,

nicht wahr sein kann.

 

 

Dieses Einssein–ONENESS erstreckt sich über alle und ewigen Begrenzungen hinaus, und die erste und nahe Grenze ist unser physischer Körper.

 

Das was am schnellsten tot sein kann, vergangen sein kann, diese Grenze gibt es definitiv und sie ist für jeden erfahrbar.

 

Diese Erfahrung, dass meine wunderschöne, brillante Leonie

und ihr so wertvoller, einzigartiger Simon und

ihr ganz besonderer Bergsteiger-Freund zusammen diese Körper „verlieren“ mussten

während sie über 500 Meter von der Stelle am Eis-Grat des Biancoaufstiegs zum Piz Bernina in diesen physischen Tod fielen.

 

Und wir mussten diese irdischen, liebenswerten Kinder hergeben.

 

Nichts – rein gar nichts von diesem begrenzten Lebens-Körper konnten wir be-halten.

 

 

Für mich ist es immer noch ein großes, unfassbares Geschenk,

dass es mir so leicht fiel, sie frei zu geben.

 

Und ich bin mir sicher, dass es meine tiefe, übermenschliche Liebe war und ist,

die diesen Prozess,

sie FREI zu geben leichter sein ließ,

als ich mir das je hätte denken oder vorstellen können.

 

 

Das steht natürlich diesem Fühlen von Tränen, Trauer, Schmerz, Bedauern entgegen.

 

Es ist für mich wie ein ausufernder Wasserkopf an Paradoxen,

was einmal diese Erkenntnis betrifft, das mir das irdische Frei-Geben so leicht fiel geschehen zu lassen,

sicher weil mir bewusst ist, dass ich als Mensch, als Mama, als Liebende nichts festhalten kann und auch am großen,

göttlichen Plan nichts ändern möchte,

und als Zweites,

direkt daneben,

diese menschlichen,

heftigen und radikalen Gefühle von Verlust-Schmerz, Traurigkeit, Bedauern und Selbst-Mitleid.

 

 

Gerade, wenn ich darüber schreiben kann, weil ich aus einer anderen, weiter entfernten Perspektive eine Beobachterin sein darf, die all das sehen und so viel Liebe darin empfinden kann.

 

Doch ist es in diesem Moment nicht IN meinem Körper.

 

Nicht wie die Tage zuvor, als ich das erste mal eine Wut und Ärger fühlte,

 

was mich fast zu vergiften schien.

 

Mir wurde dabei sehr bewusst, wie Emotionen tatsächlich physisches Gift sind

 

oder in unserem Körper dazu werden können.

 

 

 

Und Krankheiten,

ganz gleich in welcher Weise diese sich körperlich ausdrücken,

aus diesen Emotions-Giften gespeist werden und erst durch sie entstehen,

sich sozusagen manifestieren.

 

 

Im Grunde ist es einfach:

Wenn Emotions-Gifte unseren Körper krank machen und ihn vernichten können,

wird der Heilungs-Nektar der Liebe,

der Gnade,

der Göttliche Amrita,

Heilung und Transformation sein.

 

Ganz gleich wie weit fortgeschritten diese Gifte unseren Körper bis jetzt zerstörten.

 

Dieser Liebes-Heilungs-Nektar ist vergleichbar mit einem kleinen Licht, das niemals von der Dunkelheit gelöscht werden kann.

 

Unser menschliches Drama ist, dass wir so ein mini-begrenztes Feld von Bewusstheit besitzen.

 

Wir wissen rein gar nichts und glauben, wir wüssten viel oder gar ALLES.

 

Es ist so, als stünden wir auf der vordersten, schmalsten Stufe einer gigantischen Tempelanlage und würden denken:

Oh, ich kenne diesen Tempel, ich sehe schon alles.

Ich weiß, wie das hier ist, da ich schon mehrere Tempel gesehen habe“.

 

Doch das Ausmaß aller Details, aller kleinsten Kostbarkeiten,

die über Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende aus devoten,

hingebungsvollen Liebesbeweisen hier mit aller Demut

und übermenschlicher Liebeskraft,

Geschicklichkeit und Handwerkskunst entstanden,

kann ich erst entdecken, wenn ich Stufe für Stufe, Raum für Raum, Ecke für Ecke, Nische für Nische lange und genauestens betrachte.

 

Mit offenen Augen, staunendem Geist, vielleicht mit offenem Mund.

 

Und das braucht vielleicht Jahre oder eine kleine menschliche Ewigkeit,

um einen Einblick zu erhalten,

denn dann habe ich noch nicht die feinen Decken-Schnitzereien

oder die filigranen, fast schon unsichtbar gewordenen Mosaik-Bereiche im Boden erkannt.

 

Ich staunte evtl. lediglich über die riesigen, wunderschönen Skulpturen,

die täglich mit Opfergaben geehrt und von tausenden betenden Pilgern besucht werden.

 

Und zu dem angrenzenden Tempel-Garten,

in dem uralte Bäume, seltenste Pflanzen und duftende Blüten wachsen,

so weit bin ich noch gar nicht vorgedrungen.

 

Also, im Grunde wissen und sehen wir nur Bruchteilchen des Ganzen.

 

Wir können nur ahnen, dass es so viel mehr IST.

 

Und das, was wir uns voller Bewunderung angeschaut haben, wird in uns bleiben.

 

Dieser Glanz,

die Farben,

die Schönheit,

das Leuchten,

die Heiligkeit,

die Düfte,

die Gnade,

die uns zutiefst als Segen zuteil wurde.

 

Das Leben erhält eine größere Bedeutung,

sobald wir unseren Blick und unser Bewusstsein erweitern.

 

Und wenn wir dem Leben mit mehr Facetten erlauben in uns Einzug zu halten.

 

Dann wird mein Verständnis über mich selbst und

meine Begrenztheit in ein

überdimensionales Feld von allumfassendem Staunen und Begreifen übergehen,

was viel zu gigantisch ist, als dass hier ein Verurteilen (über was???) und bewerten

möglich sein könnte,

ein mich selbst einschränken

oder andere nicht als leuchtend und liebenswert anzusehen.

 

 

 

5.5. 2018

 

 

 

In mir ist mehr und mehr Ärger spürbar, gegenüber den Menschen, die geschwiegen haben und Schweigen und hinter meinem Rücken über mich reden.

 


Unsere beste Freundin hat von zwei Bekannten gesagt bekommen, dass sie meinen Leserbrief auf einen Artikel über Trauer und Umgang damit (vor vielen Monaten, im November) anmaßend fanden, als würde ich andere für ihr Verhalten verurteilen.

 

 

 

Diese Feigheit, es mir nicht selbst zu sagen, bringt mich in eine Wut.

 

Sie haben keine Ahnung.

Ist Trauer eine Krankheit????

Zumindest fühle ich mich nicht gesund, weil nicht voll "funktionstüchtig", dafür antriebslos und manchmal sogar gelähmt.

Und ich fühle mich noch extremer verletzlich, zart, ja fast bedürftig nochmals liebevoller behandelt und beachtet zu werden.

Und, dass mich ignorantes Verhalten oder mir gegenüber herablassende Bemerkungen (vor allem nicht zu mir selbst, sondern zu anderen über mich und unsere Familie) wütend machen.

Das ärgert mich, weil ich dann wieder von mir selbst weggehe und mein Augenmerk auf

 

"die da draußen" richte.

 

 

 

Anstatt für mich selbst voller Liebe und Mitgefühl zu sein.

Ich möchte auch gesehen werden..... in meiner Trauer, meinem ganz eigenen Prozess.

 


Ist das unverschämt?

 


Anmaßend?

 


Vereinnahmend?

Im Grunde läuft das in mir selbst ab, da ja niemand hier ist. Niemand von da draußen.

Mein Liebster Klaus lauscht mir.
Und die Jungs haben mit sich zu tun, denen geht es nicht anders, auf keinen Fall besser oder dass es für sie einfacher wäre.

"Liebe und Mitgefühl sind Notwendigkeiten, keine Luxusgüter.

 

Ohne sie kann die Menschheit nicht überleben." Sagt mein Meister.

Doch ich habe schon die vierte Maschine Wäsche an der Leine, endlich ohne das muffige Zisternenwasser.

Und habe mit einer meiner Essenzen angefangen, Seite für Seite gehe mein „Rezeptbuch“ mit all den Hunderten von Fläschchen durch, die diese Mischung beinhaltet.

 


Es kostet mich viel Energie.

 

Wenn ich ca. 90 Minuten gearbeitet habe, kommt es mir wie zehn Stunden vor und ich muss Pause machen.

Wie jetzt auf der Schaukel draußen.

Das helle Grün der frischgemähten Wiesen um mich herum.

Ich habe heute Nacht wieder sehr lebendig von unseren "Toten" geträumt.
Es war wie ein "Stempel" auf der Stirn, ein lebendiges Bild im leuchtenden Grün der gerade gemähten Wiesen, auf denen wir auch zusammen liefen, sprangen und redeten.

 

Es war sehr schön, so lebendig und leuchtend.

Wir waren gestern Abend in einem Benefiz-Konzert, an dem mit 14 verschiedenen Gitarristen gespielt wurde, jeder der Musiker/innen und Gruppen ca. 20 Minuten hatten zum spielen.
Es war gute Musik,

 

doch ich spürte ganz deutlich, wie die Leute, die uns kennen wegschauen und uns aus dem Weg gingen.

 


Echt traurig.

 


Macht mich sogar wütend, dieses Verhalten.

Und wieder die Frage in mir, ob ich wieder verurteile, hart zu anderen bin, die mein Mitgefühl, meine Empathie benötigen.

 

 

27. April 2018

 

 

Ein neuer Morgen,

 

 

ein neuer Tag

 

 

UND alle Möglichkeiten.

 

 

 

Ich sehe klarer den Plan der Vorsehung.

 

 

 

Gestern war alles sehr, sehr traurig, deprimiert, ich war furchtbar antriebslos und hatte viele Urteile deswegen in mir.

 

Mit meinem Mann konnte ich gut darüber sprechen.

 

Auf meinem Spaziergang viel geweint, Regen und dann legte ich mich mit feuchten Haaren ins Bett.

 

Ich weiß nicht, wann ich tagsüber mal im Bett lag???

 

Später habe ich Kuchen gebacken, mein intuitives Backen ohne Rezept, nach Gefühl und es ist gut geworden.

 

Gestern Abend schauten wir einen von der Hochschulbibliothek ausgeliehenen DVD, „Kuhdamm 56“. Ein Film über die junge Generation der deutschen Nachkriegszeit, mit vielen Parallelen von mir Erlebtem aus meiner Kindheit.

Die Art und Weise, wie eng gedacht und verlogen gelebt wurde, wie die Medizin hysterische Frauen mit Elektroschock behandelte, wie verachtend, verurteilend und nach dem „das macht man so“ gelebt wurde. Wie Lebendigkeit und Freude mit Verachtung und Strafe begegnet wurde.

 

Wie dankbar ich bin, dass ich in dieser Jetzt-Zeit frei leben darf und wie ich mich aus diesen engmaschigen, rigiden Strukturen schon früh „entzogen“ habe.

 

Mein Wille war unglaublich stark! Bewundernswert.

 

Wie ich diese mit Liebesentzug, Bestrafung für das was ich BIN und Demütigungen durchwobene Kindheit, und wie ich mit Ausgrenzung, seelischer Gewalt und radikalem Gut-Böse-Denken aufwuchs.

 

Und, dass ich sehe und erlebe, dass selbst jetzt, 63, 60 Jahren später (als meine Eltern anfingen Eltern zu sein), es immer noch dieses Denken in Schwarz-Weiß gibt. Bei meinen Eltern, Schwiegereltern, im Dorf. Wir erleben dieses ausgegrenzt sein weil „Anders“, das nicht dazugehören täglich in unserem Wohnfeld.

 

Ich kann sehen wie Gott es gut mit mir meint.

 

Wie ALLES ein Geschenk an mich und an uns und unser Leben ist.

 

Dass ich Liebe empfinde, Liebe zu meinem Mann, nach fast 32 Jahren immer wieder neu, und wir durch all das durchgehen und über alles vorbehaltlos reden können.

 

Auch, wie sehr ich mich von der Schöpfung geliebt und getragen sehe und fühle.

 

Große Dankbarkeit.

 

Der gestrige Tag war wichtig. War richtungsweisend.

 

Als ich gestern so verzweifelt war und mich gefagt habe, wie schaffe ich mein Leben, sagte Klaus: „Wir haben gerade unsere Tochter verloren und wir haben das Recht so zu fühlen und Du musst nicht funktionieren um erfolgreich sein.“

 

Ich spüre diesen immensen Druck in mir wegen der Göttinnen Konferenz in Wien, die in nicht mal mehr als vier Wochen stattfindet. Und ich es vermutlich nicht schaffe, meine ganzen Themen-Essenzen neu zu mischen. Denn dazu brauche ich überdimensional viel Zeit, Spirit, Ruhe, Liebe, Verbundenheit, Freude, Präsenz für diesen Prozess.

 

Gestern war ich völlig in ein Trauerfeld eingewoben.

 

Es lähmte mich.

 

Selbst bei meinem Spaziergang über den Feldweg im satten Gras weinte ich und betete. Betete und weinte und es tat weh, weil ich Leonie, Simon, Stefan so vermisste auf dieser Welt in meinem Leben und alle sonstigen Gefühle von Respekt vor ihrem Weg, ihrer Seele und Annahme dessen wie weggeblasen waren.

 

Heute spüre ich bewusst meinen Atem und angenehm meinen Körper, anders und freier als gestern.

 

Die Sonne scheint und es gibt mir ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit.

 

Ein frischer, unschuldiger Tag liegt vor mir.

 

Ich verbeuge mich vor ihm mit all meiner Hingabe.

 

Ich gebe mich DIR hin, Tag, Stunden, Minuten.

 

Ich atme.

 

Ich lebe.

 

Ich mache das Beste daraus.

 

Ich bin kreativ, mein Raum wird leuchten und ich liebe diesen Duft darin, der mich betört und einhüllt in einen Zauber.

 

Aus all den tausenden, verschlossenen kleinen Fläschchen, diesen WUNDERvollen ätherischen Ölen rieche, spüre ich pure Liebe, Schönheit, Heilkraft.

 

Ich werde darin bleiben, die Sonne wird durch das große bunte Fenster ihre sanften Farben atmen und mich einen Flow tragen in dem ich innerlich fliegen, singen, atmen, tanzen kann.

 

Leonie hat das öfter beobachten können, wenn sie meine Frage bejahte, für mich zu schreiben, während ich in diesem ungestörten „Space“ sein durfte, von einer Flasche zur nächsten zu fliegen um dieses Tröpfchen und jenes in eine Flasche für jemanden zu träufeln und sie notierte, was ich ihr benannte. Das konnte gut zwei Stunden dauern.

 

Wenn ich alleine bin, brauche ich die doppelte Zeit und es ist anstrengend, mich immerwährend „zurück zu zwingen“ , um den Stift in die Hand zu nehme und die Essenz, das Öl, die Substanz zu notieren und dann wieder neu in diesen anderen, heiligen Zustand schlüpfe, in dem ich eine andere BIN. Nämlich offen nach allen Seiten, offen für das Wispern der Energien aus den tausenden von Fläschchen und wach für die Seele jener Person, jenes Wesens, für die ich diese Mischung zaubere.

 

Und es war von Leonies Seite eine Wachsamkeit und Stille, ein mich sehen, ein mich „erkennen“.

 

Wie oft habe ich von ihr gehört: „Mama, früher wärst du dafür vernichtet, bestraft, verbrannt worden“. Und ich sagte, ja, das bin ich auch. Und doch ist das Wissen hier. Die Seele vergisst nichts.

 

Und wir lachten oder lächelten uns wissend zu.

 

Ja, das konnte ich mit meiner Tochter teilen und wie oft war sie mir eine kostbare Hilfe genau darin, diese links-gesteuerten Gehirn-Aspekte zu unterstützen.

 

Sie selbst hatte beides in einem ausserordentlichen Maß ausbalanciert. Deswegen fiel es ihr vermutlich so leicht komplizierte Stücke auf ihrer Harfe alsbald perfekt zu spielen.

 

Bei meinem Gehirn überwiegen definitiv die rechtsgesteuerten Bereiche mit kreativen Ideen, Visionen, meiner ausgeprägten Intuition und einem unsterblichen Wissen, das manchmal gar nicht von dieser Welt zu kommen scheint.

Das Reisen in uralte Weisheits-Galaxien und das Abrufen von Antworten, das Sehen mit multidimensionalen Augen und dem Kontakt zu Geistigen Welten.

 

 

So sehe und spüre ich jetzt auch die Freude in mir zu diesem Tag, zu der lichtvollen Kraft und Helligkeit, die mich fast in einen euphorischen Zustand erhebt.

 

Vielleicht brauchte ich gestern diesen traurigen, düsteren, deprimierten Tag und diesen Film.

 

Ich bin endlos dankbar, wie alles geführt ist, wie meine Gebete erhört werden.

 

Wie die Spirits mich erheben, mir unablässig leuchten und wie ich es wieder voll und ganz in mich aufnehmen möchte.

 

Dieses Sein.

 

Dieses Leben.

 

Diese irdische Realität.

 

Dieses Endlose und Ewige in ALLEM was wir in der Tiefe unseres Mensch-Seins auch sind.

 

Hallelujah

 

 

 

25.4.2018

 

 

Heute Nacht von Leonie, Simon und ihrem gemeinsamen Kletterfreund geträumt,

die zusammen in den Schweizer Bergen am 3. August abstürzten.

 

 

Es ging um verschiedene „Kreise“ und telepathische Verbindung. Je nach dem, in welchem Kreis ich mich befand, hatte ich mehr oder weniger Kontakt zu ihnen, wie sehen, hören etc.

 

 

Ich verstand sie und konnte mich von einer Ebene zur anderen bewegen, wie in einem körperlosen Zustand oder eine Art „beamen“.

 

 

Ich sah die Eltern des Kletterfreundes ganz weit außen, sie konnten nichts von dem erkennen, was ich sah, wahrnahm und wo ich mich hin - und herbewegen konnte.

Ich konnte sogar ganz nah nach Innen zu unseren Kindern, die überaus lebendig, schön und glücklich waren.

 

Ich konnte auch in den äußeren Kreis, den ich wahrnehmen konnte, in dem ich die Kletterfreund-Eltern sah und nicht wusste und es mich verunsicherte, ob ich ihnen von dem, was ich sah, erzählen könnte.

 

Ich wollte so gerne das sie wissen, dass es ihnen allen sehr gut geht, dass sie ihren Spaß haben und wirklich-wirklich glücklich sind.

 

 

Der Traum, den ich gerade beschrieben habe, war sehr chaotisch und irgendwie wusste ich, dass ich träume, doch auch, dass es wahr und richtig real ist. Das ich das sehen darf und „soll“.

 

Mir wurde da bewusst, dass ich andere Ebenen, „Kreise“, die nicht räumlich einzugrenzen waren, also gigantisch groß, wie Prärien, Canyon und riesige Hügel - und Berglandschaften, sehen und wahrnehmen konnte und auch die Kommunikation mit diesen Seelen leicht war.

 

 

Unsere toten Kinder, diese Seelen, waren wie lebendige Menschen mit Kleidern und total agil, fit und sportlich, sie lachten auch ständig, als würden sie zwischendurch Fangen spielen und herumtollen.

 

 

Es hat mich traurig gemacht und verunsichert, wie sehr die Kletterfreund-Eltern leiden (was ich aus den seltenen Kontakten mit ihnen weiß und was ich hier zudem wahrnehmen konnte), vor allem da sie den Zugang zu ihrem sehr glücklichen Sohn noch nicht so fühlen. Und ich weiß nicht, ob und wie ich ihnen das mitteilen kann.

 

 

Ich habe selten von dem Kletterfreund oder den Dreien zusammen geträumt oder derart, dass ich spürte, er ist dabei, doch ihn nicht sehen oder hören konnte. Heute Nacht war das ganz deutlich, wie lebendig er dazugehörte.

 

 

Ich weiß, dass wir spirituelle Wesen sind, die diesen physischen Körper während des Erdenlebens bewohnen.

Doch ist es durchaus möglich, diesen Körper zu verlassen und zu reisen, so dass wir in alle Dimensionen, ob nah oder fern, vordringen können.

 

 

In meinen Träumen, manchmal auch in einem halbwachen Zustand, erlebe ich, wie „ich“ ganz frei, wie körperlos, mit meiner Seele, meinem Geist oder keine Ahnung was es ist, überall hingelange.

 

 

Ob es eine Art Willensakt ist oder ob es unwillkürlich geschieht und wohin ich dann komme und was ich erlebe, kann ich glaube ich nicht steuern.

 

 

Es ist nicht einfach es zu beschreiben.

 

 

Doch es ist immer etwas sehr, sehr Lichtvolles, Tröstendes, Erhabenes und ein Nacherleben, wenn ich es erinnere, was unbeschreiblich schön ist.

 

 

Die Farben, die Landschaften, Orte, die Gerüche und auch die Wesen, denen ich begegne, mit ihnen Kontakt haben zu dürfen, sind purer Frieden, Liebe, Licht, Anmut und Schönheit. Viel erhabener als es hier auf der Erde sein kann. Die Farben sind von einem leuchten, das etwas heiliges ausstrahlt und auch die Landschaften, die zwar wie hier auf der Erde aussehen und dennoch eher wie Paradies oder „Garten Eden“ anmuten.

 

 

 

Es handelt sich wie bei diesem letzten Traum oder Erfahrung um eine andere Welt, in der die für uns Toten leben.

 

 

Und ich „Zugang“ bekommen darf ist Gnade.

 

 

Es ist Wunder und kostbares Geschenk.

 

 

Ich bin zutiefst dankbar und glücklich und beseelt von all dem.

 

 

Sonntag, 15. April 2018

 

 

 

Mir wird bewusst, wie kritisch in Bezug auf Frieden es in unserer Welt gerade aussieht,

 

und wie banal es anmutet,

 

für mich als Mama um meine Tochter zu trauern,

 

und um die drei abgestürzten jungen Bergsteiger zu trauern.

 

Sie wählten weise mit ihrer Seele.

 

Das Göttliche hat immer seine liebende Hand an unserem ewigen Herzen.

 

 

 

Ich bete für Licht und Liebe und starke Visionen für eine friedvolle Welt.

 

 

 

Für Frieden und Einheit,

 

um Einheitsbewusstsein.

 

 

 

Um ONENESS.

 

 

 

Ich bete darum, dass unzählige lichtvolle Wesen aus den Göttlichen Ebenen zu uns kommen und uns helfen,

 

dass Frieden sei.

 

 

 

Frieden in jedem Herzen, Frieden für jede Seele, in jedem Kopf.

 

 

 

Was ist das für eine Kraft,

 

wenn ALLE Trauernden diese Energie JETZT in pure, lichtvolle Liebe umwandeln,

 

um hier die Erde in ein großartiges Lichtfeld zu verwandeln,

 

in dem es um mitfühlendes Miteinander geht.

 

 

 

In dem in jedes Herz und in jeden Mind eine schöne, leuchtende Pflanze gesetzt wird,

 

die ihren betörenden Duft unablässig ausströmt.

 

 

 

Und dieser Göttliche, himmlische Duft verwandelt alles zerstörende Machtstreben,

 

alle Rechthabereien, alle Hassgefühle und Missgunst

 

in bunte Blumen und Bäume,

 

die uns explosionsartig Entzücken aussenden,

 

Liebe, Freude, Frieden, Freiheit, Bewusstseinserweiterung erwirken,

 

den Blick für Schönheit, Gerechtigkeit, Paradies, Himmel, Heilung,

 

Göttliche Ordnung und Millionen von weiteren Attributen,

 

die unsere Seele strahlen lassen und unser Herz weit werden lassen,

 

die unsere Erde erblühen lassen in bedingungsloser, freundlicher Schönheit.

 

 

 

Ich stelle mir alle Trauernden Menschen vor,

 

wie sie sich aufrichten, sich die schmierigen Fäden der Tränen, des Leidens, des Schmerzes,

 

der Scham und Schuld,

 

der Dunkelheit und Depression,

 

des Opferbewusstseins von sich streifen und sich bewusst in ein strahlendes Friedenslicht stellen, um sich reinigen,

 

erfrischen,

 

klären und dann Anfüllen zu lassen von endlos Göttlichem, köstlichen Licht,

 

das jede Zelle mit diamantenem Strom erfüllt,

 

so voll,

 

so viel,

 

dass es aus allen Poren strömt,

 

hinein in die Welt,

 

zu jedem Nächsten,

 

zu jedem Geschöpf,

 

zu jeder Hand an einer Waffe,

 

zu jedem Kopf, der den Knopf des Todes drücken möchte.

 

Zu jedem, der sich auf Krieg einlässt.

 

 

 

Mögen alle auf die Knie sinken,

 

ihre Waffen ablegen,

 

ihre Hände und Herzen und Häupter öffnen für das große Friedenslicht,

 

das alles verwandelt,

 

das alles in uns und um uns transformiert.

 

 

 

Hier hat so viel Liebe,

 

Leuchten und diamantene Freude in purer Freiheit platz,

 

dass Freudentränen fließen,

 

wenn wir jene umarmen,

 

die wir nie zuvor gesehen haben.

 

 

 

Wenn wir jeden umarmen,

 

als wäre es unser Liebstes, Kostbarstes.

 

 

 

Möge Frieden sein in der Welt, unter allen Wesen.

 

 

 

Möge Frieden sein in der Schöpfung,

 

im endlosen Universum,

 

zwischen allen Lebewesen.

 

 

 

Möge Frieden sein in meinem und Deinem Herzen.

 

 

 

Möge sich diese Vision ausbreiten

 

und von jeder Seele

 

verschönert, bereichert, erweitert werden.

 

 

 

Möge Göttliche Gnade ALLES durchdringen.

 

 

 

Namastè ~ Shanti ~ Mitakuye Oyasin ~ Salem ~ Shalom

 

 

11. April 2018

 

Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene,
sie fliegt von Blüte zu Blüte

wie die Seele von Stern zu Stern,
und sie bringt den Honig heim

wie die Seele das Licht"
Victor Hugo

 


Seit Simons Geburtstag vor einigen Tagen (am 30. März) beschäftigt uns der Absturz, der Unfalltod unserer Kinder stärker als zuvor.

 

Ich schrieb an dem Tag wieder etwas über meine Empfindungen in Bezug auf den tödlichen Absturz unserer Kinder am 3. August 2017 und wollte wissen, wie die Bergspitze heißt, die als „Haifischflosse“ betitelt wird und gab das im Internet ein.

 

 

Mir stach sogleich ein Artikel in die Augen:

 

„3. August 2017 Aufstieg über den Biancograd zum Piz Bernina“ ~ „Life is Risk“ von zwei Bergsteigern, die an diesem Tag, genau wie Leonie, Simon und Stefan, diese Tour gingen.

 

Darin beschreiben sie die Situation des Absturzes und dass sie alle unter Schock standen und weitergingen (man kann gar nicht zurück!! Der Grat ist so schmal und nur nach einer Richtung begehbar. Eine andere Gruppe, die es auch gesehen hatte, ließ sich mit den Hubschraubern von der Bergwacht dort abholen).

 

 

Das hat mich und auch die Jungs und meinen Mann, die es gelesen haben, ziemlich betroffen gemacht.

 

Wer die beiden Bergsteiger waren, die es miterlebten und beschrieben haben, konnte nicht eruiert werden.

 

Doch in dem Bericht wurde ein Bergführer mit Namen genannt, der unsere drei an dieser Stelle überholt hatte mit seinem Gast.

 

 

Von ihm bekamen wir auf unsere Anfrage alsbald eine sehr mitfühlende Antwort und den Hinweis auf seinen Gipfel-Buch-Eintrag vom 2. / 3. August 2017 → "schwarzer Tag am Biancograt"

 

Doch auch vom Tag zuvor schrieb er, das er sich gut an die drei erinnern konnte, weil er sie am 2. August getroffen hatte. Er hatte sich für seinen Gast, also den, den er als Bergführer auf dieser Tour begleitet, diese Strecke angeschaut, wie er mit ihm gehen wird, und unsere Drei kamen und sprachen ihn wegen der Strecke an, und dann habe man sich eben unterhalten.

Das beschreibt er in seinem Bericht, doch auch sein Erlebtes von diesem Absturz.

 

Er schrieb uns, dass er den Beitrag sofort löschen würde, wenn wir das wollten.

 

 

Das ist jetzt zwei Tage her, dass ich das gelesen habe, und meiner Familie schrieb, wenn sie es lesen wollen, dass ich ihnen das dann per Mail schicken werde.

Mein Mann und die beiden älteren Söhne wollte es lesen.

Ja, es hat uns natürlich sehr sehr beschäftigt, uns mit den letzten Stunden oder auch mit dem Geschehen einige Sekunden vor dem Absturz zu beschäftigen, diesen letzten Lebensminuten auf dieser Erde.

 

 

Und es ging unglaublich ins Mark.

 

 

Ich habe geweint - viel geweint in meinem Empfinden. Einige Male.

 

 

Ich hab es mehrfach gelesen, habe Raphael, dem Bergführer, geschrieben, dass ich sehr dankbar bin für sein Melden und dafür, uns den Link zu seinem Bericht zu geben.

 

Es ist vollkommen in Ordnung, was und wie es da steht.

 

Das lesen Bergsteiger, die diese Tour gehen möchten und es ist im Grunde eine Vorbereitung. Auch, dass diese Strecke sehr anspruchsvoll ist - selbst bei wunderbarem Wetter.

Mich umgibt gerade eine gefühlte Nebelwolke, die mich auch ein bisschen lähmt.

 

 

Ich hab die letzten Tage kaum etwas kreatives arbeiten können, obwohl ich einen bestimmten Druck habe, meine Essenzen-Mischungen anzugehen, die neuen Etiketten, die Fotos für die Essenzen-Themen zu wählen und sie in Auftrag zu geben, um die neue Etiketten drucken zu lassen.

 

 

Es stagniert einfach. Und wenn ich das nicht schaffen sollte, alles fertig zu haben bis zur Göttinnen-Konferenz in Wien Ende Mai, dann ist es tatsächlich so, und davon geht die Welt nicht unter.

 

 

Das ist ein Zustand, den ich spannend finde.

 

Weil ich jemand bin, die natürlich alles schaffen will und sehr sehr gut schaffen möchte.

 

Und im Moment habe ich eine unglaubliche Geduld und Gelassenheit, die Dinge, die nicht einfach zu verändern sind, so sein zu lassen, wie sie sind.

Und jetzt, mitten in der Nacht in meinem Traum, gingen nochmal diese vielen vielen Bilder durch meinen Kopf und durch meine Träume.

 

Ich schlief mit dem Gayatri-Mantra ein, das ich seit Tagen unzählbar oft wiederhole in der Zeit meines Tages, meiner Nacht, auf meinen Spaziergängen, in meinen Gebeten, in meinen Zwischenstationen, wenn ich wieder länger am Computer saß, dann ist es das Gayatri-Mantra, was mich wieder ins Hier und Jetzt bringt. Das Gebet, das mich anschließt und still werden lässt.

 

Und jetzt hier in der Nacht, waren es auch wieder Bilder, die ich vom Absturz hatte und dieser eine Satz vom Bergführer, der an dem Abend des Geschehens, in der Hütte mit anderen über diesen Unfall sprach, und sie ja wussten, dass die Bergung nicht stattfinden konnte wegen Steinschlag, und die Drei da noch liegen würden, und er sich Gedanken mache, dass ja die Verwandten, die Familien dieser jungen Menschen noch nicht wissen, was geschehen ist.

 

 

Und ich ja eine davon bin, eine Mama von einem dieser drei jungen Menschen. Mama von der jungen Frau zwischen den zwei jungen Männern.

 

 

Diese Gedanken kreisen dann um dieses Geschehen, und dann erhebt sich tatsächlich mein Geist über diese Bilder. Das sind Sekundenbilder bzw. Filme, die dann in mir sind, dass die Körper da liegen, das sie teilweise unter Steinen begraben sind, dass die tot sind.

 

 

Ja, dann erhebt sich mein Geist in einer besonderen Weise, dass diese Bilder durchdrungen werden von Visionen, das war jetzt auch gerade wieder, dass Simons Geist oder Seele, die ich als erstes wahrgenommen habe, doch dann auch diese ganze Gruppe, dass diese Körper an dieser Stelle, über 500 Meter von der Absturzstelle noch lagen, 24 Stunden, 28, 30 Stunden, bis sie geborgen werden konnten, dass das tatsächlich leere Hüllen sind, leere Körper.

 

 

Und es waren Bilder von großen, lichtvollen Geist-Wesen, sie leuchteten. Es war eine ganze Schar, die im Kreis um diese „Lagestelle“ still und freundlich leuchteten. Und eine sehr zarte, kaum sichtbare kreisrunde Röhre, so groß wie der Kreis der Lichtvollen Geschöpfe, die weit, weit nach oben ging, in den Himmel und im Grunde keine Begrenzung nach oben in die Unendlichkeit der Schöpfung hatte.

 

 

Ich hörte dann auch diese imaginären Stimmen, dass sie da nicht sind - sie, die Seelen, sie, die sie mal diese Körper waren, und das kam deutlich von Simon.

 

Und dieses wieder Hineingehen in dieses Wissen, dass Simon, Leonie und Stefan nicht diese Körper sind.

 

Jetzt, acht Monate von diesem Zeitpunkt entfernt, ja sowieso nicht mehr. Und selbst direkt nach ihrem irdischen Tod nicht.

 

 

Im Grunde genommen wird mir bewusst, dass wir niemals diese Körper sind und im Grunde genommen auch nie waren.

 

 

Wir bewohnen mit unserem Geist, mit unserem hohen Spirit, mit unserem höheren Selbst, mit unserer Seele diesen physischen Körper, und das nehme ich seit Jahrzehnten an, dass wir uns diese Bedingungen, rund um diesen physischen Körper auf höherer Ebene wählen.

 

D.h. wie dieser entstehen wird durch unsere physischen Eltern, auch das Familien-Nest, das wir wählen, diese physische Heimat, das Nest der Eltern, Geschwister, der Lebens-Umstände.

 

 

Ob es für mich eine beruhigende Weise ist, mit der irdischen Tragik der Endlichkeit unserer Kinder umzugehen? Selbst wenn es so wäre, NA UND?

 

 

Mir geht es immer wieder viel besser mit meiner Annahme, meiner Erkenntnis, das mein Leben jetzt gut und sinnvoll weitergeht ohne Leonie und Simon im Irdischen zu „haben“.

 

Sie SIND hier.

 

Sie kommen in meine Gedanken, meine Träume, in mein Lachen, in meine Tränen, meine Trauer.

 

 

Ich spüre, wie sie fühlen, das ist sehr stark für mich und es ist immer noch neu und ich staune, wie klar und kraftvoll diese Weisungen, Botschaften zu mir kommen.

 

Dann bin ich still und es ist ein inneres gestreichelt werden.

 

Als würden diese zarten, schönen Seelen meinen Herzraum salben, meine Stirn segnen, mich küssen auf zarteste und liebevollste Weise.

 

 

Und ich weiß, dass das meine Wahrheit ist, dass es keine Wunsch-Gedanken sind, sondern Wirklichkeit aus der Ebene des Spirits.

 

 

Und wenn ich still bin und mich darauf einlasse, höre ich die Trommeln, die Gesänge, die ich kenne von ihrem Sonnentanz, von Visionssuche, den heilsamen Camps, die ich im Außen und vor allem geistig begleiten durfte.

 

 

Dann sind die großen, weisen Spirits mir nah, dass ich das Feuer rieche, den herrlichen Salbei, das Süßgras, die heiligen Kräuter, die den heißen Steinen geopfert werden.

 

 

Und Leonie und Simon gehören dazu, zu diesen hohen, heiligen Wesen, zu all jenen, die sie empfangen haben in der geistigen Welt, ihrem wahren zu Hause. Sie begleiten unsere Kinder jetzt auf ihrem Heilungsweg.

 

 

Vielleicht ist dieses Jahr, von dem die Schamanen wissen, dass dieser Weg alle, ALLE – auch die für uns nicht „guten“ Menschen – sie alle werden im Heiligen Sein ankommen.

 

 

Dieses Jahr ist stark, intensiv. Es kostet meine völlige Aufmerksamkeit und die möchte ich in größtem Ausmaß dafür geben.Von diesem Jahr sind jetzt acht Monate vergangen.

 

 

Anfang Juni möchte unsere Familie zu dem Berg in die Schweiz reisen, den sie bestiegen haben, bevor sie uns auf irdischer Ebene verließen.

 

Das wird vielleicht traurig und emotional sein, doch es wird Heilung bedeuten, für jeden von uns individuell.

 

 

Ich freue mich darauf. Ich atme all das tief in mich ein, was mein Leben mir sehr liebevoll, sanft und gütig vor meine Füße legt. Und das möchte ich in Demut, mit Hingabe, mit einem wirklich freundlichen Lächeln tun. Ich nehmen an und empfange.

 

 

Alles gehört dazu.

 

 

Und das Leben, es ist ein Wunder.

 

 

Jeden Tag neu erfahre ich dieses großartige Wunder an Gnade, an Göttlicher Gnade.

 

 

Wenn ich das dann wieder so deutlich spüren darf und ich frei und leicht meinen ganzen Körper atmen fühle, dann weiß ich, wie gesegnet und gut alles ist.

 

 

Mein Leben ist endlos kostbar.

 

MITAKUYE OYASIN

 

Fotos von Ostern 2015

 

30. März

 

 

(da ich alles per Hand schreibe und es dann mühsam abtippe, braucht es manchmal einige Tage, bis es hier sichtbar wird)

 

 

 

Simons Geburtstag ist vorbei.

 

 

 

Ein erfüllter Tag, voller Leben und lieben Menschen, ist zu Ende.

 

Große, demütige DANKBARKEIT lässt mein Herz voller LIEBE sein.

 

 

 

Mir wird bewusst, wie stark die irdisch Toten an unserem Leben, Denken, Sehen, Wahrnehmen und Fühlen teilnehmen.

 

 

 

Es ist ihre Wahl und „Anstrengung“ (?), in unsere dichte Ebene einzudringen, in unsere Erden-Welt.

 

 

 

Leonie und Simon, die für mich fast ausschließlich als EINS wahrnehmbar sind, sind oft sehr gegenwärtig, „anfassbar“ gegenwärtig, ohne den Wunsch sie berühren zu wollen.

 

 

 

Im JETZT.

 

 

 

Immer nur im JETZT.

 

 

 

Es ist eine gigantische GEDANKENDIMENSION, die schwierig zu beschreiben ist, denn sie steht und fällt mit meiner Zuwendung im Geistigen an diese Seelen.

 

 

 

Sobald ich mich ihrer erinnere, sind sie HIER. Wenn ich mir sie vorstelle – als Erinnerungsbilder/-filme meines Erlebten oder Visionen, die für mich sehr leicht zu „denken“ sind.

 

Ebenso Erlebnisse, die ich selbst als Mensch und Mama nicht mit ihnen erleben konnte,

 

wie das Bergsteigen, das Bergwandern, das Skifahren, das Klettern und alles andere auch.

 

Wie Leonies Kunstprojekte, ihr Studium, die Nähe und Wahrhaftigkeit zu ihren Freundinnen und allen Menschen, denen sie sich offen hingab, wie sie lauschte, verstand, half und all das umsetzte, was für andere etwas komplizierter war.

 

 

 

Und auch all diese Erfahrungen nach ihrem physischen Tod in den grandiosen Bergen an diesem frühen, unschuldigen Morgen, als die Sonne aufgegangen war und sie staunend diese atemberaubende Welt sahen, nach ihrer gelungenen Kletteraktion um die „Haifischflosse“ am Biancograt.

 

 

 

Diese klaren, lebendigen und unvergesslichen Träume, die sie mir oft in meine Nächte hineinweben, ihre Botschaften wie die, die ich z. B. dreimal in einer Woche der ersten Zeit gezeigt bekam, dieses Zeitlupen-ansehen-und-an die Hände nehmen und wie sie als flache Lichtkugeln „sahen“, wie ihre Körper hinabfielen. Und ich dies aus einer noch etwas weiter entfernten Perspektive beobachten und miterleben konnte.

 

 

 

Eine sehr „Geistige Ebene“. Mir fällt es leicht, meine Geistige Ebene zu „erheben“, weg vom Denken und in ein anderes Lichtfeld zu „springen“ - ich weiß nicht mal mit was.

 

Weder mit meinem Körper noch mit meinem Mentalfeld. Ich habe keine Bezeichnung dafür, es ist definitiv neu für mich.

 

Doch spüre ich ziemlich deutlich, im menschlichen Fühl-Modus, wie sie etwas „erleben“. D.h. sie leben jetzt in einer anderen Ebene, Dimension, Welt und sie sind doch an eine, vielleicht sogar an eine größere, vielschichtigere, Palette an Empfindungen angeschlossen.

 

 

 

Vielleicht sind wir als Menschen im Körper niemals in der Lage, so vielfältig und vor allem wahrhaftige zu fühlen, da alles durch viele „Schleier“, unsere mannigfaltigen Erfahrungen mit all den Emotionen und unserem Kopf sehr, sehr eingeschränkt scheint. Ist es ganz gewiss auch.

 

Und in der Welt, in der die für uns nicht mehr Lebenden dieser Erde jetzt sind, ist es möglich, ohne die tragischen Geschichten unserer Vergangenheit alles wahrzunehmen, zu sehen, hören, riechen, schmecken und zu fühlen.

 

 

 

Ich habe mir immer vorgestellt, dass wir wie Engel sind, wenn wir unsere physischen Körper verlassen haben, denn Engel „fühlen“ oder empfinden nicht irdisch. Nichts wie Kälte oder Müdigkeit, es gibt kein Zeitempfinden, keine Wertung von gut, schön, hässlich oder schlecht, keinen Schmerz. Doch was ich „beobachten“ und auch fühlen kann von unsere beiden wunderbaren Seelen-Kindern ist, dass sie sich riesig freuen, wenn wir uns treffen, voller freudvoller Erinnerungen über sie sprechen oder von unseren Erfahrungen mit ihnen erzählen, wie von Träumen, Erlebtem, was wir von ihnen als „Zeichen“ in Verbindung setzen.

 

 

 

Aber Schmerz und Trauer, Zweifel, unser Unverständnis für das was jetzt IST, das gefällt ihnen nicht so.

 

Nur, es ist nicht das Weinen selbst, das ihnen missfällt. Ich weine ja öfter, mal vor tiefer Demut und Berührtheit, wenn ich etwas sehr Intensives mit ihnen erfahre und ich sie ganz nah spüre, rieche, wahrnehme und „weiß“ sie SIND HIER. Vorhin kam unerwartet mein Bruder aus München und ich weinte einen Moment, als er mich länger im Arm hielt. Es war tiefe Dankbarkeit, weil ich wusste, er will jetzt wirklich mit mir, mit uns hier zusammen sein, reden, lauschen und sehen wie es uns geht. Vor dem Tod von Leonie kam er nie vorbei.

 

 

Und dann mein Weinen, das aus meinem eigenen Schmerz, einer Gedankengewalt, die wie eine sich lösende und tosende Lawine über mich bzw. meinen Kopf hereinbricht und dröhnt. Und ich letztendlich über mich selbst weine, leide, mich bemitleide, ein Jammern, ICH (mein Ego-Ich) als verlassene Mutter, die ihre einzige, so wunderbare, intelligente, zukunftsweisende Tochter verloren hat…...nie mehr, nie mehr ihr Lachen, ihre schöne Stimme, ihre Zartheit, Kraft und Weisheit in meinen Armen, mein Kuss auf ihrer Stirn, ihrem Haar…...nie, niemals mehr...Wäh, wäähhh, wein-heul, schluchz, schnief.

 

 

 

Ich zerfließe letztendlich im Selbst mit viel Leid.

 

 

 

Es tut weh und es ist sinnlos.

 

 

 

Da merke ich danach ganz deutlich, wie erschöpft und schwer ich nach solchen Attacken bin.

 

 

 

Danke Gott-Göttin, dass sie so selten aufbäumen.

 

 

 

Ich glaube, es waren drei solche „Anfälle“ seit ihrem Weggehen vor 7 ½ Monaten.

 

 

 

Und nein, ich schließe das nicht aus, dass es mich immer wieder überwältigt, und dann IST es so.

 

 

 

Es ist dann wie ein Aschenregen, ein schmieriger, dunkler, fettiger Film liegt auf mir, rein physisch fühlt es sich so an, doch auch IN mir.

 

Mein Geist ist vernebelt, so wie sich meine Augen dick und wund anfühlen und brennen und ich nicht klar sehen kann.

 

 

 

Nach dem Weinen aus tiefem Berührt-SEIN oder wenn ich jemandem etwas erzähle, mit dem ich mich über alles austauschen kann, brennen meine Augen und Wangen nicht.

 

Mein Herz fühlt sich dann leicht an, mein Brustkorb weit und meine Augen sehen klar, als hätten diese Tränen, die mit so viel Dankbarkeitsgefühl aus mir herausliefen, meine Augen reingewaschen.

 

 

 

In mir tauchen viele Menschen auf, mit denen ich in meiner Praxis und auch privat zu tun hatte, denen ich zuhörte, wenn sie sich vom Schmerz, von Trauer, ihrem Leid und Verlustängsten verzehrt fühlten.

 

Mit Tod und auch mit Sterbenden hatte ich viel zu tun.

 

 

 

Ich habe immer ehrlich alles all das ausgesprochen, was ich in jeder individuellen Situation dachte.

 

 

 

Oder in Familiengesprächen, in denen es um einen „Toten“ ging….

 

Ein Toter Vater, der Suizid beging;

 

eine tote Mama, die nach langer Alkoholsucht im Delirium starb;

 

ein Geschwisterkind das mit dem Fahrrad tödlich verunglückte….

 

 

 

All diese Menschen, die hier mit mir saßen, wo wir mit so viel Offenheit und Respekt frei und ehrlich über alle Gefühle und Erinnerungen und alles Unausgesprochene reden konnten, und wie die Augen leuchteten, wenn sie dankbar und erleichtert gingen.

 

 

 

Ich erinnere mich an die zwei-, vier- und neunjährigen Kinder mit ihrer Mama und der Lebensgefährtin des Vaters, der nach jahrzehntelangen Depressionen den Freitod wählte,

 

sie wollten und wollten nicht gehen, bis ich ihnen zusagte, dass sie ja wieder kommen können. Und diese Familie hatte einen fast 300 km weiten Weg bis hierher.

 

 

 

Es ist schon immer einfach für mich gewesen, mit Verstorbenen zu sprechen, mit ihnen in Kontakt zu kommen.

 

Vielleicht weil es für mich so sicher ist, dass dieser Kontakt ja immerwährend möglich ist.

 

 

 

Dass es jetzt mit Leonie und Simon zwar etwas anderes ist als in meinem früheren beruflichen Feld, doch ich sehr schnell mit ihnen sehr nah sein kann, ist ein unschätzbares Geschenk.

 

 

 

Gnade.

 

 

 

Gottgewollt und heilig für mich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

30. März 2018

 

 

Heute ist Simons 25. Geburtstag,
wir ehren und feiern IHN.
Er ist und bleibt Teil unseres Lebens.

Möge ER gut reisen in seiner neuen Welt.
Mögen sie beide mit Leichtigkeit reisen,
gesegnet und frei von menschlichen Bindungen.

Wir LIEBEn IHN über Raum & Zeit

Ich bin voller Dankbarkeit.
Ostern,
alle Jungs im Haus,

 

draußen das schönste Frühlingswetter,
Moped fahren,

 

 

 

ich koche, backe, diene.

 


Ich bin voller Freude.

 

 

Wie reich und beschenkt ist mein Leben.

 

 

Sie sind mir beide sehr nah.

 

 

 

 

 

20. März 2018 Frühlingsanfang

 

 

6 Monate, 33 Wochen...…upsala, schon 7 Monate !

 

Es war am 3. März 2018, wie dieser Tag des Monats August im vergangenen Jahr, an dem sie am Biancograt zum Sonnenaufgang abstürzten, dass ich das erste Mal nicht explizit daran dachte.

 

 

Nein, ich zähle nicht die Tage, doch eben dachte ich, wie lange ist es irdisch eigentlich her, dass unsere beiden Liebsten, diese DREI jungen, schönen Bergwander-/Kletterfreunde in dieser prachtvollen Welt der Berge ihr Leben ließen?

 

 

Es war am 3. März 2018, wie dieser Tag des Monats August im vergangenen Jahr, an dem sie am Biancograt zum Sonnenaufgang abstürzten, dass ich das erste Mal nicht explizit daran dachte.

 

 

Ich war am 3. März auf meinem Seminar auf Hawaii, war schon zweimal mit vielen Delphinen im Meer geschwommen und auf der Bootstour mit einer liebenswürdigen Crew, die vor der Abfahrt betete und mit einem Didgeridoo in alle Himmelsrichtungen die Elemente, die Wesen des Wassers, der Lüfte, des Landes ehrte und singend um Schutz, Führung und eine dankbare Ausfahrt mit Kontakt zu den Meeresbewohnern bat.

 

 

Nicht wie alle anderen 3. der fünf Monate zuvor.

 

Oft war es die Nacht vom Zweiten auf den Dritten, in der ich erinnerte und darüber nachdachte, wie sie in der Nacht in ihrem kleinen Zelt schliefen, in der Nähe der Berghütte, und sehr frühzeitig, gegen 3:30 bis 3:50 Uhr losgingen auf ihre anspruchsvolle Tour zum Piz Bernina.

 

Die Tour, die sie noch unbedingt mit ihrem guten Bergwelt-Freund Stefan unternehmen wollten, nach dem Job am Herzberg-Festival und dem Abschied an der Uni, Simons letzter Arbeitswoche in seiner kleinen Zimmerei, der letzten Umzugsfahrt hierher und vor ihrer Abreise Anfang September in das Weltreise-Jahr in ihrem T4.

 

 

 

 

Ich war am 3. März auf meinem Seminar auf Hawaii, war schon zweimal mit vielen Delphinen im Meer geschwommen und auf der Bootstour mit einer liebenswürdigen Crew, die vor der Abfahrt betete und mit einem Didgeridoo in alle Himmelsrichtungen die Elemente, die Wesen des Wassers, der Lüfte, des Landes ehrten und um Schutz, Führung und eine dankbare, erlebnisreiche Ausfahrt mit Kontakt zu den Meeresbewohnern bat.

 

 

Hier trafen wir ziemlich bald riesige Gruppen verspielter Delphine und auch atemberaubende Buckelwale. Die gigantischen, friedvollen Säugetiermütter mit ihren Kleinen. Sofort wurde der Motor des Bootes still und die Menschen auf dem Boot mit ihrem Rufen, Begeisterungsschreien und Staunen laut.

 

 

Wie heilig waren die Momente mit diesen heilsamen Meeresriesen, die ich gerne in Stille noch tiefer über alle meine Sinne in mich eingesogen hätte.

 

Die hohen Blasfontänen, die weiß über dem tiefblauen Meer standen, fast den Himmel erreichen wollend, und die kleinen, zarten Fontänen der Buckelwalkälbchen. Sie gaben uns ein berauschendes Schauspiel an zarter Schönheit, Anmut und ihrem intelligenten Sein.

 

 

Wenn sie abtauchten, hinterließen sie eine Art „Fußabdruck“, eine heller schimmernde Fläche, die glatt und ölig schien. Und dann schwammen zwei dieser stillen großen Wale mit ihren Kindern unter unserem Boot her. Was für ein Gefühl, sie so nah zu spüren, sie zu riechen, zu schmecken und ihren Spirit einzuatmen. Dann ging die Fahrt weiter, Ziel war ja, mit den wilden, übermütigen Delphingruppen zu schwimmen. Das Boot hielt immer dann, wenn die Delphine im Anmarsch waren, und diejenigen, die ins Wasser wollten, warteten dort auf die schönen Tiere, die fast immer einen Stopp einlegten, um sich verspielt, neugierig, doch letztendlich mit einer tiefsten Gewissheit uns zuzuwenden, da sie wahrhaft Heiler sind, Heil-Engel der Meere, die uns nicht brauchen, während doch sie für uns wichtig und gut sind.

 

 

Ich betete in mir meine Dankeslieder, meine fröhlichen Mantren, die meine Ehrfurcht vor ihren heilsamen Kräften besang, mein Herz, das über und über Lichtwellen zu ihnen ausschüttete, ohne dass ich diese Absicht willentlich hatte. Es geschah einfach und unablässig.

 

 

Mich haben die Delphine und Wale in dieser ganzen Zeit auf Hawaii gesalbt, geheilt und sehr tief berührt.

 

Doch auch die Wochen vorher, als ich öfter am Tag und in meinen Träumen mit ihnen im geistigen Feld den Kontakt spürte, wie nah, intensiv sie waren, und jetzt nach meiner Rückkehr, fast 10.000 km von ihrem Lebensfeld entfernt, kaum eine „Entfernung“ empfinde.

 

Sobald ich an sie denke, sind sie da, mit ihren lebendigen, schönen Körpern, Geräuschen, ihrer Anmut, Heilkraft, Leichtigkeit und Freude.

 

 

Sie sind mir nah, genauso, wie Leonie und Simon mir nah sind. Wie kann ich das jemand Außenstehendem beschreiben, was nah und näher als nah für mich bedeutet?

 

 

Es ist definitiv so, dass es für mich keine Trennung gibt. Die Beiden sind unablässig genau hier, hier wo ich schreibe, sitze, lese, summe, bete, atme, esse, gehe.

 

 

Es gibt Momente, da spüre ich sie nochmals stärker und so „hautnah“, dass ich weine.

 

Ich habe vorhin im Bademantel (es war nach Mitternacht) die Mülltonne noch an die Straße gezogen. Ich sah die großen, leuchtenden, unbeschreiblich farbigen Sterne in dieser klaren, kalten Nacht und es war magisch, der Atem stockt für einen Moment, ich spüre sie, als würde ich bei den nächsten Schritten sie gleich physisch da stehen sehe können.

 

Nein, ich habe sie „irdisch“ nur in vielen meiner Träume gesehen, gehört, gerochen und geschmeckt.

 

Bisher noch nicht mit offenen Augen im Wachzustand, doch das schließe ich nicht aus, denn alles kann geschehen. 

 

Ich kenne Menschen, die sehen Verstorbene, manchmal körperlich und dicht, manchmal eher ätherischer, fast durchsichtig, doch in ihrer früheren Gestalt, mit ihren Kleidern. Das kenne ich nur von meinen Readings, da habe ich zwar die Augen geschlossen, doch könnte ich diese Filme an Geschichten der Seele auch mit offenen Augen „verfolgen“ und beschreiben.

 

 

Ich dachte gerade, wie es wäre, wenn sich Leonie und Simon wirklich zeigen würden, vor meinen offenen Augen. Ich weiß es nicht, doch ich denke, dass es sehr anstrengend für diese jetzt geistigen Wesen sein müsste, sich „sichtbar“ zu machen. Mir genügt es vollkommen, sie so stark spüren zu können, ihre Freude, wenn ich wie gerade jetzt über all das schreibe.

 

Ich spürte die Freude von ihnen ebenso stark, als Linda Tellington-Jones das Life-Video mit der Botschaft an die Welt mit mir aufnahm, dass unsere liebsten Verstorbenen, ob Mensch oder Tier, nicht wirklich „weg“ sind, sondern diese, wenn sie über die Regenbogenbrücke gegangen sind, nur die Adresse, diese Welt geändert haben und da sind, wach, präsent, denn sie hören, sehen, nehmen mit noch anderen Sinnen wahr.

 

 

Deswegen „weiß“ ich auch, dass tiefe Trauer, Depressionen, Schmerzen, Leid, die Hinterbliebene oft eine Zeit durchleiden, manchmal über Jahrzehnte leben, den „Toten“ nicht gefällt.

 

Sie möchten liebend gerne, dass wir leben, das Leben genießen, Freude sind, unsere Visionen verwirklichen, sie möchten, dass wir ihren Weg akzeptieren, ihre Seele erkennen und wünschen sich sehnlichst, dass wir ihre bedingungslose Liebe annehmen, die ewig für uns und alle Geschöpfe lebendig ist.

 

Ich weiß dies und es tut mir sehr weh, wenn ich Menschen stark leiden sehe und sie in ihrer dunklen, schmerzvollen Trauer sehe, wie sie in diesem Feld „gefangen“ scheinen oder sogar an der lieben Seele festhalten, die ihre Freiheit braucht, wie wir die Luft zum Atmen.

 

 

Natürlich verstehe ich, da ich ja selbst in diesem Prozess bin, meine geliebte Leonie, ihren wunderbaren Simon, den wir alle lieben, jetzt nicht mehr unter uns im Leben „haben“ zu können. Ich verstehe Mamas, die ihr Kind in ihrem Arm an schwerer Krankheit haben sterben sehen.

 

 

Eltern, die plötzlich oder nach einer Krankheit sterben, oder unsere geliebten Partner, Freunde und Tiere, mit denen wir auf innigster Weise unser Leben teilten.

 

 

Ja, ich verstehe natürlich, was Trauer ist, wie sehr das Herz brennt und reißt, wie heiße Tränen fließen, wenn ich mich an etwas so Schönes und Wunderbares erinnere oder Leonies zarte Zeichnungen sehe, die überall an ihre kunstvolle, kreative Gabe erinnern, die sie in höchstem Maße in die Welt einbrachte.

 

 

Und doch, auch diese Momente, denen ich dann meine komplette Aufmerksamkeit widme, gehen noch tiefer ein in das Gefühl - nein, ich lenke mich nicht ab, und ja, ich stelle mich dem, was dann weint und weh tut.

 

Total.

 

Radikal heiße, reißende, stechende, berstende Schmerzen, vielleicht zwei Minuten, vielleicht sieben Minuten.

 

Ich kann es nicht sagen.

 

Doch es sind wenige Minuten in dem ich in diesem Feuer stehe und brenne.

 

 

Und dann, dann ist Stille.

 

In mir Innen und oft auch im Außen.

 

Ich schaue mit neuen Augen.

 

 

Wertfrei, ich sehe das Bild oder lese nochmals ihre Zeilen, sehe oder berühre ihre Feder, ihre Mala, ihren Mondstein, den sie zum ersten gemeinsamen Geburtstag von Simon geschenkt bekam.

 

 

Ich sehe es einfach an, atme es und weiß, ja, das ist dies und das und das hat gerade ein Feuerwerk, einen Vulkan, eine Sturmflut in mir ausgelöst.

 

 

Ja, und jetzt sehe, spüre, atme und rieche ich......pure Liebe.

 

 

Annahme.

 

 

Freiheit.

 

 

Dankbarkeit.

 

 

Und oft ist dann dieses sanfte Eingehülltwerden, diese überirdische Umarmung von Glück, von Wissen, von Leben und einer zarten Liebe und das, was ich als Leben verstehe.

 

 

Mein Leben, in diesem Körper, als diese Frau, als diese Mama die zehn Kinder empfangen hat, ausgetragen und geboren, auch Kinder, die tot geboren, zu früh geboren wurden.

 

 

Auch diese sind Teil meines Lebens, meines Herzens, meiner Seele.

 

 

Leonie wurde 23 ½ Jahre alt und ich bin glücklich für dieses wunderbare Wesen.

 

 

Meine Jungs sind jetzt 33, 29 und 21 Jahre und meine Dankbarkeit für ihre Einzigartigkeit, ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Gaben, ihre Eigenheiten, ihren Weg mit dem Tod ihrer geliebten einzigen Schwester umzugehen. Jeder auf seine Weise.

 

 

Ich segne sie jeden Tag mehrfach und bete, wie ich es die letzten 21 Jahre gebetet habe.

 

 

Möge ich immer und immer mit allem in Liebe und Frieden sein.

 

Möge ich das Vertrauen in die göttliche Kraft bis zu meinem letzten Atemzug in vollster Zuversicht leben, atmen, lieben.

 

Alles gehört zu meinem Leben.

 

Auch das Sterben, der irdische Tod.

 

Mein eigener und der meiner Familie und liebsten Menschen.

 

Ich lebe gerne, ich liebe die Erde, unsere gütige, Geborgenheit spendende Mutter, das Meer, die Bäume, die Tiere, die Steine. Ich liebe den Himmel und die Myriaden von Sternen und Galaxien. Ich liebe diese Göttliche Ordnung. Ich ehre jede Seele.

 

Ich bete für Frieden und Heilung für ALLE Geschöpfe.

 

Alles lebt.

 

Alles atmet.

 

Schau tiefer. Spüre die Heiligkeit in jedem Moment.

 

Dankbarkeit erfüllt mein Sein.

 

Alles ist EINS.

 

 

Mitakuye Oyasin

 

25. Februar 2018

 

Nun bin ich auf einer großen Reise.

 

Hier werde ich mit meinen allerliebsten Freunden, den gerade gebärenden Buckelwalen und Delphinen in einer besonderen Bucht in Kona sein.

 

Diese Reise verdanke ich meiner Tochter Leonie, denn sie ist seit ihrem irdischen Tod ganz nah bei mir.

 

Sie ist mein Atem, die Sterne, jeder Wassertropfen und gleichsam die Ewigkeit.

 

Ich hatte einen sehr besonderen Traum….. dass ich im Meer schwimme und bemerke atmen zu können und einem

Buckelwal-Kälbchen begegnete.

 

Ich wusste es ist Leonie, und weinte vor Freude.


Ich erkannte, dass sie ALLES ist, selbst das Wasser und die Myriaden von Sterne, das Sonnenlicht, dass sich durch das stille Wasser leuchtet.

 

ALOHA


Mögen ALLE Wesen glücklich sein.


Möge tiefer Segen in uns allen SEIN.

 

Vom 15. Februar 2018

 

 

 

Mich bewegt die Frage, weshalb manches im Leben als sinnLOS angesehen wird.

 

 

 

Ich las letzten Samstag ein für mich unsagbar trauriges Buch, von einer Frau geschrieben, deren siebzehnjähriger Sohn innerhalb von 12 Wochen seit der Diagnose an einem aggressiven Krebs starb.

 

Im Kreis seiner Familie, in ihren Armen.

 

Sie beschreibt darin die 10 Jahre ihrer übermächtigen Trauer, dem zerreißenden Schmerz, ihren maßlosen Seelenschmerz und diese Sehnsucht, es möge alles so sein wie früher: „Könnte ich nicht einfach aus diesem Albtraum erwachen und alles wäre niemals geschehen?“ Und: „...werden es wohl nie verstehen und niemals einen Sinn darin sehen.“

 

 

 

Ich wollte dieses Buch lesen, auch mein Mann las es.

 

 

 

Diese Mama ist durch diesen bis heute 11 Jahre dauernden Trauerweg zur Trauerbegleiterin geworden.

 

Sie beschreibt natürlich auch, dass es möglich ist mit der Trauer im Herzen weiterzuleben und weiterzulieben.

 

Das Lesen dieses Buches hat Fragen in mir aufgeworfen, mich einige Tage in eine mir bisher unbekannte Tiefe und „Trauer“-Stimmung gezogen, doch war es gut es zu lesen.

 

 

 

Ich gehe täglich in Leonies Bergsteiger-Schuhen den Wiesenweg am Bachlauf entlang, um bewusst mein Herz zu spüren, meinen Atem und wie sehr ich in dieser Anbindung mit den beiden wundervollen Kindern aus meinem Leben über den Tod hinaus bin, mit ihnen diese unbeschreibliche Liebe teile, die mir einen solchen Frieden, eine Stille durch meinen Kopf webt, mein Herz, meinen Bauch weit und weich werden läßt und ich oft Lieder singe, die wir geliebt haben, die uns an unsere schamanischen Wurzeln erinnern und an die Gnade, mit den Spirits verbunden sein zu dürfen.

 

 

 

Für mich kam bisher kein einziges mal die Frage auf, weshalb das geschehen musste.

 

 

 

Meine Antworten, wenn ich Schmerz spüre, wenn Tränen fließen, wenn Erinnerungsschleifen festzuhängen scheinen, sind wie langgezogene Wellen, die sich zu Beginn kantig und chaotisch anfühlen und dann mehr und mehr weicher, fließender, melodischer und beruhigend anmuten, sie strömen förmlich durch mich hindurch, wie ein Wind, der nicht nur meine Haare zaust und mein Gesicht konfrontiert, sondern tatsächlich vor nichts Halt macht und durch mich fegt, mal gnadenlos, mal sanft, fast liebkosend, süß und kostbar.

 

 

 

So stelle ich mir auch das Meer vor, in dem ich in 10 Tagen mit den größten und ältesten Meeresbewohnern zusammen SEIN werde.

 

 

 

Es wird durch mich hindurch seine komplette Ladung an Äonen alten Informationen jagen, es wird die Zellinformationen aus meinem ersten Leben mit dem Ozean hervorlocken und meine uralten Ängste heilen.

 

 

 

Und ich werde, wie ich in einem meiner Träume klar gezeigt bekam, Leonie in all dem begegnen, so auch Simon. Und ich weiß, dass sie DAS sind, genauso wie die Regenbögen, die Bäume des Urwaldes, die feurige Lava von Pele und die Früchte, die friedvoll bis zum Pflücken an den Bäumen leben dürfen, deren Duft, ihren Geschmack ich mit so einer Anmut und Dankbarkeit kosten werde, weil ich in diesem Moment Gott/Göttin selbst in mich aufnehme.

 

 

 

Und wenn ich dies alles in mir bewege und ich unbeschreiblich erfüllt von Liebe, Großherzigkeit, Vorfreude, Dankesgebeten und meinen Mantras bin, frage ich mich doch in manchen Winkeln meines Kopfes, ob ich Tod, Trauer, Verlust und wie ich damit bisher umgehe und manch andere Mamas und Familien, die ihre Kinder von der Erde aus ihrem Leben verabschieden mussten, ich das nicht real oder „richtig“ begreife.

 

Ob ich eine naive oder gar krankhafte Art der Verdrängung anstelle und dies dann in späteren Zeiten schmerzvollste Auswirkungen auf meinen Körper, meinen Geist, mein Gemüt haben könnte.

 

 

 

Ich möchte am liebsten meine Liebe, meine Lieder, eine lächelnde Tochter von Herzen in dieser Wahrhaftigkeit meiner Annahme, meinem Respekt vor ihrem Seelen-Weg, diesen Frieden als Gottesgeschenk erfahren. Mit der Einfachheit eines kindlichen Gemütes.

 

 

 

Ich habe heute wieder von meiner Tochter Leonie geträumt.

 

Ein sehr chaotischer Traum mit vielen Leuten, wie bei ihrem Geburtstags-Wochenende....

Sie stand dann da, mit ihrem weiß gemusterten Kleid, das sie in Indien am Meer trug und ich konnte es gar nicht fassen,

dass sie da plötzlich stand und ich sie berühren und streicheln konnte,

über ihr Haar,

was bis zur Schulter kurz war,

ich sah ganz deutlich ihre Augen,

die in diesem ganz spezifischen braun-grün-blau hell leuchten ...

Sie sagte: "Mama, ich wusste nicht wie sehr ich dich liebe"....

 

 

Ich wurde bald daraufhin wach und sehr seltsam, dass ich sehr viel weine heute.

 

 

 

 

Leonie ist am Freitag, 19. Januar 24 geworden (oder müsste ich schreiben wäre?).

 

 

Und wir durften das ganze Wochenende ein sehr tiefes, heilsames, wundervolles Zusammen-Sein-Leonie-Geburtstags-Wochenende mit ihren Freundinnen/Freunden und unserer kompletten Familie erleben.

 

 

Wir haben ihren 24. Geburtstag gefeiert.

 

 

Es war so berauschend, das ganze Haus voller Leben, Lachen, LIEBE.

 

 

Wir konnten vieles mitgeben, was wir nicht mehr brauchen und andere so glücklich macht. Ideen wurden geschmiedet.


Wir waren an ihren heiligen Klettersteinen in der verschneiten Rhön, es ist alles geführt und heilsam für uns alle.


Das duftende Kräuter-Weihrauch-Feuer abends, zum Segen für uns und der Welt.


12 Menschen, die sich offen, lebendig, mit ihrer Zartheit, Traurigkeit und mit endlos viel Schönheit, Leichtigkeit im jeweiligen Moment und Authentizität zusammengefunden haben.

 

 

Das ist Gnade, Geschenk, göttliches miteinander.


Endlos kostbar, voller Dankbarkeit

 

Mitakuye Oyasin

 

Mögen alle Wesen glücklich sein.

 

 

 

 

Foto ist von Thomas Biasotto

https://www.biasottophotography.ch/
Februar 2018,

er fotografierte für uns diesen besonderen Berg,

Biancograt mit Piz Bernina,

an dem Leonie, Simon und Stefan abstürzten.

 

 

Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,
Sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Khalil Gibran

 

 

 

3. Februar 2018, 6 Monate seit Leonie, Simons & Stefans Absturz

 

 

 

Heute Nacht, als ich meine Abendgebete sang (innerlich) überkam mich eine maßlose Trauer mit vielen Tränen und ich weinte leise, dass Noah nichts mitbekommt, er ist ja direkt Wand an Wand mit meinem Zimmer.

 

Ich hätte gerne laut geweint und geschluchzt, vielleicht gewimmert.

 

Das kann ich morgens auf meiner Yogamatte vor ihrem Bild geschehen lassen, wenn ich der Großen Göttin alles vor ihre heiligen Füße lege.

 

Das ist selten, doch es ist für mich auch neu, so weinen zu können und mir selbst in einem Schmerz zu lauschen.
Doch das Weinen ging bald vorüber und ich bin dankbar alles fühlen zu dürfen, fühlen zu können. Ich dachte, ob sie zu dieser Zeit, um 2 Uhr Nachts, damals an dem 3. August schliefen?

 

Vielleicht schön länger, seit der Dunkelheit schon, um gegen drei bis vier morgens los zu laufen für den weiteren Aufstieg am Biancograt, hin zum Piz Bernina?

 

Ob sie aufgeregt waren, ob sie träumten, ob sie sich liebten?

 

Ob Leonie wach lag, wie ich öfter von ihr wusste, wenn es etwas für sie aufregendes war?

 


Heute morgen kam mein Mann und wir konnten darüber sprechen.

 

Er war sehr still und auch betroffen, doch er kann nicht weinen.

 

 

 

Wir liebten uns still und bewegungslos.

 

 

 

Tiefe und Kostbarkeit.

 


Die Sonne scheint.

 

 

 

Was für ein Geschenk.

 

 

 

Die Rhön liegt wie mit Puderzucker weiß bestreut.

 


Möge heute alles bewusst gefühlt werden und Heilung geschehen.

 

 

 

Heute Abend werden wir zusammen wieder ein goßes Feuer machen, Räuchern mit heiligem Salbei, Weihrauchholz, gesegnetem Heilkräuterpulver, was wie kleinste Feuerwerkfunken glitzert, wenn wir es hineinstreuen und es himmlisch duftet.

 

Hier spare ich nicht, die Erde, die Atmosphäre dankt es mit einem erleichterten, sanften Seufzen und der Himmel wird in seiner stillen, andächtigen Weise leuchten und uns segnen.

 

 

 

Tiefe Dankbarkeit.

 

 

 

Mitakuye Oyasin

 

 

Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt,
er ist nur ein Faden darin.
Was immer er ihm antut,
tut er sich selbst an.“
Häuptling Seattle.

 

4.1.2018

 

Lichtvolles Trauern

 

wie der TOD zum Leben und die Toten in unser Leben gehören

 

 

 

Heute ist es fünf Monate her, seit wir erfuhren, dass Leonie und ihr Simon mit ihrem gemeinsamen Kletterfreund in den Schweizer Bergen, auf der Himmelsleiter zum Piz Bernina, abstürzten.

 

 

 

Einen Tag vorher, zum Sonnenaufgang, geschah dies.

 

 

 

Natürlich sind Fragen und Überlegungen da, wie lange diese zusammengeleinten Körper denn runterfallen, bis sie sich nach 504 Metern in „Endlage“ befinden.

 

 

 

Wir wissen, dass sie gegen vier Uhr ihr Zelt und ihre Habseligkeiten zusammengepackt haben um aufzubrechen. Als eine Vierer-Gruppe die Hütte verließ, in der sie übernachteten, waren unsere drei jungen Freunde schon ein ganzes Stück dieses anspruchsvollen Grats gegangen.

 

Die vier Bergsteiger sahen diesen Absturz unserer Kinder und mussten selbst von der Bergrettung per Hubschrauber gerettet werden.

 

All das klingt tragisch und IST es im Irdischen auch unbestritten. Für uns als menschlich denkende und fühlende Wesen ist so ein Geschehen, so plötzlich sein Kind zu verlieren, ein Schock und stößt auf unsagbar viel Sprachlosigkeit, Verzweiflung und Hilflosigkeit.

 

 

 

Doch was bedeutet „plötzlich“??

 

 

 

Mir als Mama, deren Kinder solche Bergtouren öfter antraten, immer wieder hochkonzentriert und mit all ihrem Enthusiasmus an steilen Felswänden und Bergketten kletterten, schwierige Grate erfolgreich meisterten, und auch das Downhill, der wilde Bergfahr-Radsport durch grobes Gelände, den meine Jungs (vor allem einer von ihnen) seit Jahrzehnten praktizieren, ist doch bewusst, dass keine Selbstverständlichkeit der Welt meine Kinder heil zu mir zurückkehren lässt.

 

 

 

Und in diesem Bewusstsein zu leben, täglich meine Dankgebete zur Schöpfung gerufen zu haben, dass sie leben, gesund sind und meinen Segen über Zeit & Raum bekommen und meine Liebe ewig ist.

 

Das war und IST in meinem Bewusstsein.

 

 

 

Und es war für mich definitiv ein „Wissen“, als die Polizeibeamten abends kamen, um uns diese Nachricht zu bringen, kein Schock, eher ein „aha, nun ist dies geschehen“.

 

Ich sah in den Bruchteilen von Sekunden in den Papieren, die der Polizist auf den Tisch legte, die Ausweiskopien von Simon und Stefan. In dem Moment wusste ich ES.

 

Und ja, wir haben eine Tochter, die Leonie heißt und in den Schweizer Bergen bergwandert, und ja, diese drei sind abgestürzt, am Morgen zuvor zum Sonnenaufgang ca. 7 bis 7.30 Uhr, und dass sie jetzt erst zu uns kommen, nämlich 20 Minuten, nachdem an der Fuldaer Polizeidienststelle die Meldungen ankamen, weil die Bergung am Vormittag sehr schwierig war.

 

 

 

Ich habe das alles gehört, ich wurde von einer Wolke eingehüllt, die sich wie pure Liebe anfühlte. Klar bemerkte ich sofort meine Gedanken, dass dies psychologisch wohl meine ganz spezielle „Schock-Vermeidungs-Strategie“ sein könnte, die bei so einer Nachricht da ist. NEIN, das schob ich aus diesem Grund schnell zur Seite, weil es so krass und intensiv und ehrlich war, was ich fühlte:

 

Es war definitiv ein starker Liebesstrom gewesen, der mich einhüllte und durchdrang.

 

Ob es die drei lieben Wesen waren, die jetzt Seelen SIND oder ob es Gott-Göttin in purer, reinster Weise war oder auch beides, es war mir schlichtweg „egal“.

 

Ich habe das erlebt und es war ein Geschenk. Und dass ich mich kurz später sagen hörte: „Wir wissen noch nicht, was das (der Tod) für Geschenke für unser Leben bedeutet“, war dann nicht wirklich „normal“. Ich sagte es und ich wusste, dass dies sein wird.

 

Und immer, immer wieder erfahre ich dies.

 

Ich bin zutiefst dankbar für ALLES und es SIND täglich vielfache Geschenke, die ich bekomme (ich kann leider nur von mir und meinen Erfahrungen schreiben).

 

 

 

Es sind klitzekleine Geschenke wie ein Anruf von jemandem, der sich nach uns erkundigt (weil das sehr, sehr selten vorkommt), oder der Regenbogen an einem verregneten, stürmischen Tag, der da plötzlich den Himmel zu einem einzigartigen Farb-Licht-Spiel verwandelt oder die leckeren Weihnachts-Plätzchen der Oma, die ohne Worte auf dem Tisch stehen, da wieder mal keiner da war und der Schlüssel steckte. Es sind die größeren Geschenke, wie die Träume, die in meine Nächte gewebt werden, in denen ich in Zwiesprache mit den beiden bin und sie sich in ihrer reinsten, schönsten, freudvollsten Form präsentieren und mir dies und das zeigen.

 

 

 

Ein Traum, den ich mehrfach hatte, war das Geschehen selbst.

 

 

 

Ich sah das alles in einer Zeitlupen-Optik, alles sehr langsam, als würde jeder Augenblick viel, viel länger sein: Als sie „wussten“, das DAS jetzt passiert, schaute Simon zurück zu Leonie, sie sahen sich an (und es war dieses Ewigkeits-Wissen, ein Wissen, dass sie schon lange in sich trugen, vielleicht sogar als Absprache ihrer Seelen, bevor sie hier als Menschen durch uns auf die Erde kamen), sie führten ihre Hände zusammen, so dass sie Hand in Hand ihre Körper nach unten fallen sahen.

 

Ja, es war in dem Moment, wo ich das gezeigt bekam, so, als wären zwei zart leuchtende, doch durchsichtige, fast ellipsenförmige Tellerkugeln ein ganzes Stück über ihnen und über dem weißen Grat, einer Bergspitze, die sie gerade umrundet hatten, die das Geschehen, wie die Körper abstürzen, sehr neutral ansehen konnten.

 

 

 

Und diese „leeren“ Körper hatten weder ein Schmerzempfinden noch den Anschein von Graus.

 

 

 

Ich selbst, die das im Traum von einer Art Adlerperspektive beobachten konnte, war noch ein viel weiteres Stück vom Berg und der Gegend entfernt und spürte ein so starkes Empfinden von Liebe, als sei ich diese in purer Reinheit. Nicht als Mensch, Frau oder gar Mama, sondern als Seele, die nichts anderes als Liebe sein kann.

 

 

 

Dies gezeigt zu bekommen, wie auch andere Träume, in denen ich sie springend, tanzend, sogar laut lachend sah, ist für mich ein großes, wertvolles Geschenk.

 

 

 

Und dann gibt es für mich die „Wunder“.

 

 

 

Das sind Erlebnisse, die ich weniger als Geschenke ansehe, sondern als etwas viel Mächtigeres. Wunder sind für mich menschlich nicht nachvollziehbare Ereignisse, die ich oder wir erleben. Ich möchte nur wenige davon beschreiben.

 

 

 

Das eine hing mit einem Traum zusammen, in dem ich Simon sah, mit meinem Blick von seinen roten Schuhen, die ockerfarbene Hose nach oben (die Noah bekommen durfte, als wir den Bus der beiden hier ausräumten) und dann sah ich das orange Hemd und das strahlend lachende Gesicht von Baba (später war mir bewusst, dass Simon nun Baba und Baba Simon IST, was ER mir in Indien bei meinem Aufenthalt im Oktober/November bestätigte: „Deine Tochter und Dein Schwiegersohn sind bei Baba und Baba ist immer hier“, dabei zeigte er auf sich, sein Herz).

 

Es ging um eine Süßigkeitsmaschine, um für Kinder so grüne Apfelringe mit saurem Zucker (Haribo?) zu erkauen und ich konnte das nicht und Baba zeigte schmatzend, wie er das mit einigen Kaubewegungen hinbekam und sich Kinder dann diese süß-sauren Ringe nehmen konnten. Ich kriegte das nicht hin.

 

Dann hörte ich mit meinen irdischen Ohren wie Baba sagte: „Schau mal aus dem Fenster“.

 

 

 

Es brauchte einen Moment, bis ich dachte, soll ich jetzt hier im Bett aus dem Fenster schauen oder ist das der Traum?

 

Ich setzte mich auf und sah im mittleren Fenster rechts und links von Klaus‘ Buddha-Figur zwei riesige, leuchtende Sterne. Hell leuchtende, tennisballgroße Lichtkugeln.

 

 

 

Ich war wach und sah auf der Uhr, dass es 4.40 Uhr war, es dämmerte, in der Rhön war hinter den Berg-Silhouetten ein zartes, rötlich-gelbes Leuchten zu sehen und dann diese zwei riesigen Sterne.

 

Ich bat Klaus, dass er bitte aus dem Fenster schauen soll, was er auch tat und sich dann mit einem „Hmmmm“ wieder hinlegte.

 

Ich stand auf, um im Nebenraum nochmal genau zu schauen, sah Licht unten und ging zu Noah, der seinen Rucksack für die Arbeit schon fertig in der Hand hielt und bat ihn mit nach oben zu kommen, um sich diese riesigen Sterne anzusehen.

 

Er kam mit, ich erzählte ganz aufgeregt, was ich gehört und jetzt gesehen habe…

 

Oben sahen wir dann…. nur noch eine dieser großen Leuchtkugeln und er sah mich an und sagte etwas mitleidig „Ja Mama“ und ging.

 

 

 

Ups, er meinte wohl, jetzt halluziniert sie schon, obgleich er nachmittags dann zugab, dass der eine, den er gesehen hatte, enorm und unnatürlich groß war.

 

Klaus bestätigte mir auf unserem Sonnenaufgangs-Spaziergang dann, dass er sie gesehen hat.

 

 

 

Für mich ein Wunder und auch Zeichen.

 

Es waren zwei Sterne, es waren Riesen-Sterne, denn die anderen waren so klitzeklein wie wir Sterne am Himmel eben sehen können.

 

 

 

Ich habe immer wieder morgens um diese Zeit aus dem Fenster geschaut, nein, ich sah dieses Phänomen nicht mehr.

 

 

 

Das andere Wunder war jetzt kurz vor Weihnachten.

 

Weihnachten, ich habe mir oft überlegt wie dieses werden wird, ohne die beiden hier in unserem irdischen Leben.

 

Und ja, ich habe Bedenken gehabt, dass es „schön“ werden würde.

 

Geschenke wollten wir alle gar nicht, das war für mich erleichternd, denn jeder bekommt das ganze Jahr immer wieder kleinere und größere Geschenke.

 

Ich mag den inneren Stress nicht, zu einem bestimmten Zeitpunkt für jeden etwas haben zu wollen/sollen.

 

Florestan ist seit 29. November mit ihrem Bus unterwegs, war gerade an der Küste von Portugal und wir überlegten, ob wir ihn besuchen.

 

Ich bin immer sofort von jeder Reise begeistert, doch zwei wollten auf keinen Fall, und dann, als ich mit Noah mir überlegte, in der Zeit zwischen unseren Veranstaltungen (Sonnenwendfeuer und der Silvester-Weltheilungs-Meditation) nach Spanien/Portugan zu reisen, gab es nichts an Flügen oder anderen Möglichkeiten.

 

Reiseberatungen schauten, ich saß ewig, nichts ging. Ich erinnerte mich, dass Leonie mir mal sagte, dass mittwochs Flüge, die storniert wurden, wieder eingestellt werden und da auch oft günstiger seien.

 

Also, 10 Minuten schau ich nochmal.

 

Und was soll ich sagen: keine 2 Minuten später hatte ich für Noah und mich Hin- und Rückflüge, genau in diesem Zwischenraum 22. bis 30. 12.

 

 

 

Das soll kein Wunder sein?

 

 

 

Wir erlebten auch da einige Wunder und eine besondere Zeit.

 

Als wir Florestan am nächsten Tag an der Algarve, einem Klippen-Parkplatz, trafen und wir gleich losrannten, die Jungs über die Felsen kletterten und wie ausgelassene Kinder hüpften, kraxelten und die Aussicht atemberaubend war, sahen wir Delphine, die uns eine ganze Zeit von links nach rechts ihre Lebendigkeit, Schönheit, Anmut und Leichtigkeit spüren ließen.

 

Ich saß auf einem Felsen, sah diese wunderbaren Tiere in diesem tiefblauen Meer, die Felsformationen, das menschenleere Stück heiliger Erde, die ich seit bewusst 40 Jahren gerne bereisen wollte….

 

Ich weinte.

 

Aus tiefer Dankbarkeit, aus Liebe, aus BerührtSEIN und dass ich so tief gesegnet bin mit dem Leben, was mir wie Träumen vorkam.

 

 

 

Weihnachten war für uns am Meer das Beste, was ich mir hätte vorstellen können.

 

 

 

Silvester dann mit überraschend vielen Menschen, die teilweise von weit her angereist kamen.

 

Unser stiller Übergang, Klaus und ich.

 

 

 

Die Gewissheit, dass jeder Moment Heilung unserer Schmerzkörper bedeutet, die wund, verwirrt und flirrend-unsicher sind.

 

 

 

Jeder Tag ist wichtig, ist heilig, ist Geschenk.

 

 

 

Jeder von uns geht auf sehr individuelle Weise mit dem Verlust unserer beiden schönen Kinder um.

 

 

 

Ja, es ist traurig, sie nie mehr zu sehen, und es tut in besonders schönen Momenten sehr, sehr weh.

 

 

 

Und ich weiß, dass geht vorüber, das darf sein, ALL das darf sein. Auch die Momente wirklich tief empfundenen Glücks dürfen sein.

 

Wie ich mich manchmal ertappe, mich zu wundern oder mich schlecht oder schamvoll zu fühlen, wenn ich mich richtig doll freue, wenn ich einen Flow erlebe. Doch, das erlebe ich auch!

 

 

 

Ich schreibe und lese Bücher über Tod, die „Unkultur“ mit Tod und Sterben umzugehen, über „Kinder in der Geistigen Welt“,

 

meist sind es drei bis fünf Bücher mit verschiedenen Themen gleichzeitig, die mich fesseln.

 

 

 

Ich bin in zwei Online-Gruppen, in denen sich Menschen austauschen, die Menschen verloren haben, ich war bei einem Gespräch bei einer Trauerbegleiterin, einer Frau, die vor 13 Jahren ihren Sohn durch Unfall verloren hat und die mich öfter groß anschaute, wenn ich von meinen Empfindungen und meiner Geschichte erzählte, und sie dann ziemlich zum Ende fragte, ob ich denn das sofort geglaubt habe, als uns das erzählt wurde.

 

 

 

Ich war bei einem Kollegen, einem Psychologen, ich möchte zu einem Gesprächskreis „Trauernde Eltern“ mit Klaus nächste Woche und er ist einmal im Monat bei einem „Trauernde Männer“-Abend.

 

Wir beschäftigen uns mit dem Thema der Verarbeitung, wir sprechen selbst oft und sehr ehrlich über alles, was uns bewegt.

 

Und es ist das Lauschen, weil es doch sehr unterschiedlich ist, wie ich diesen unablässigen Kontakt mit Leonie habe, sie ständig bei mir auch präsent spüre, sie frage und oft habe ich schon eine Antwort, bevor ich meine Frage richtig klar wusste.

 

 

 

Ich muss mir eingestehen, wie sich ein Anflug an Unverständnis und Ent-Täuschung in mir bewegt, wie klein dieser Bruchteil von Menschen ist, die sich bei uns gemeldet haben, also ein Zeichen der Anteilnahme gegeben haben.

 

Und uns und mich kennen in der Tat viele Menschen.

 

 

 

Nicht nur ein ganzes Dorf, was sich in Schweigen hüllt und uns bewusst aus dem Weg geht.

 

 

 

Das tut mir richtig weh.

 

 

 

Ich BIN anders.

 

 

 

Nicht schlimmer, nicht besser, doch anders.

 

 

 

Ich weiß, ich hätte allen meinen KollegINNEN geschrieben, deren Kind oder Mann/Frau verstorben wären.

 

Hätte 100% ein Zeichen gegeben, Zeichen von Gedanken, meinem Mitgefühl, meinen Segnungen und Gebeten.

 

Einer Familie hier im Dorf, selbst wenn ich sie nicht kennen würde, hätten sie ihr Kind verloren, ich würde die schönste Karte schreiben mit meiner liebenden Anteilnahme.

 

 

 

Ob ich zu anspruchsvoll, erwartungsvoll bin, zu egoistisch, zu einnehmend, fordernd??

 

 

 

Ich weiß es nicht.

 

 

 

Ich spüre, wie es jene Herzen schwer und dicht macht, die nichts zu uns geben konnten.

 

 

 

Ich erlebe Erleichterung und ein Aufatmen, wenn ich das in Begegnungen anspreche.

 

 

 

Und ich spreche es unumwunden an und ALLE wussten von ihrem Tod.

 

Manchmal denke ich, es weiß vielleicht der eine oder jene andere nicht, doch das ist nicht der Fall.

 

 

 

Von meinem Bruder weiß ich, dass ihn Leute angerufen und gemailt haben (er sprach von Hunderten, doch er übertreibt sein Leben lang!).

 

 

 

Das ist für mich seltsam und ein Phänomen, dem ich gerne auf den Grund gehen möchte.

 

Auf meine Weise, in meinem Tempo.

 

 

 

Und wenn ich teils heftige Kritik ernte von meinen Männern, dass ich so nicht mit den Leuten reden kann, dann merke ich, dass ich das dennoch machen werde.

 

 

 

Ansprechen, fragen, mir erzählen lassen und den Ausreden, Rechtfertigungen, Ausflüchten, Verlegenheiten, Entschuldigungen lauschen.

 

 

 

Mir wird dabei klarer, wie hilflos, beschämt, verzweifelt, bestürzt, verlegen und betreten, doch auch abwehrend und peinlich berührt das macht, wenn ich sie damit konfrontiere.

 

 

 

Mein Anliegen, meine Vision und mein sehr persönliches Bedürfnis ist, dass wir uns als Menschen unserer eigenen Vergänglichkeit bewusst sind,

 

dass jeder Tag ein unbeschreibliches Geschenk der Schöpfung ist,

 

dass wir mit offenem Herzen dem Schönen,

 

Großartigen,

 

Anmutigen wie auch dem Vergänglichen und scheinbar Unangenehmen,

 

dem Traurigen,

 

dem Schmerzvollen,

 

ja auch Wut,

 

Verzweiflung und Verstörtheit begegnen.

 

 

 

ALLES gehört dazu.

 

 

 

Dass wir mutig sind zu lernen, Neues zu wagen, Fehler zu machen und uns sogar zu blamieren.

 

 

 

Na und?

 

 

 

Es wird uns auf alle Fälle intelligenter, weiser, humorvoller machen.

 

Es wird uns über uns selbst hinauswachsen lassen.

 

 

 

Und Fehler, wenn es denn so etwas tatsächlich geben sollte, sind jedenfalls besser als nichts zu wagen, stumpf und einfältig zu sein.

 

 

 

Ich wünsche mir ganz „normale“ Menschen, die mir begegnen mit all ihren Bedenken und Unsicherheiten, mit ihrer Zartheit, ihren eigenen Themen, ihrer Liebenswürdigkeit, ihrem ehrlichen Interesse.

 

 

 

Ich wünsche mir Begegnungen, in denen gelacht, geweint, geschwiegen und getanzt werden darf, in denen ein waches, verletzliches und unbefangenes Lauschen und Mitteilen möglich ist.

 

Und ich segne alle Wesen.

Mögen alle Wesen glücklich sein.

Möge unsere wunderbare Erde friedvoll und heil sein und in Schönheit erstrahlen.

 

Mitakuye Oyasin

 

 

3. Dezember, Sonntag.

 

 

 

Leise rieselt der Schnee.

 

 

 

Stille

 

 

 

Heute 4 Monate !

 

 

 

Schönheit, Glanz, Herrlichkeit an jedem Tag erkennen, ohne Glitzerbaum, ohne Lametta.

 

 

 

Ein Weihnachten mit Euch als geistige Wesen, als ewige Seelen.

 

 

 

Ich bin irdisch, ich bin genauso Seele und als Seele unfehlbar, bedingungslos, diamantenes Funkeln.

 

 

 

Und ich habe diesen Körper, lebe als Mensch auf diesem besonderen Ort „Mutter Erde“ und empfinde Dankbarkeit auf so einem für uns gigantisch erscheinenden Wesen von Farben, Gerüchen, Elementen und multidimensionaler Lebendigkeit zu leben.

 

 

 

Diese Schönheit ist oft atemberaubend.

 

Und Dankbarkeit erfüllt mein menschliches Sein, dass ich so viel davon schon riechen, schmecken, bestaunen und erfahren konnte.

 

 

 

Und IHR beide habt in diesen gemeinsamen Jahren die besondere Pracht und Anmut der verschiedenen Berge bestaunt, Ihr seid zu zweit oder mit Freunden gewandert, erstiegen, geklettert.

 

 

 

Habt alle Facetten dieser Faszination von Natur:

 

von Gletschern,

 

Eis,

 

Schnee,

 

seltener Blütenpracht und glitzernden Sonnenaufgängen und andächtigen Sonnenuntergängen,

 

dem endlos reichbestückten Sternenhimmel nah zu sein und die Stille im Atem Gottes erfahren.

 

 

 

Das war heilig, das war Spirit für Euch, das war Einssein, Verbundensein und LIEBE.

 

 

 

Und in dieser einzigartigen Natur seid ihr heute genau vor vier Monaten bei Eurem Aufstieg zum Piz Bernina, am Grad, der sich Himmelsleiter nennt, in die Tiefe gesunken.

 

 

 

Eure Körper sind da abgestürzt, in dieser Dreierseilschaft, Hand in Hand im Tod vereint, Leonie, Simon und Stefan.

 

 

 

Eure Seelen spüre ich, Ihr als unsterbliche, ewige Wesen seid hier, dort und überall.

 

 

 

Diese menschliche Begrenzung kennen nur wir.

 

 

 

Ja, da ist diese unbeschreibliche Dankbarkeit für ALLES, was wir mit Euch wundervollen, kreativen, lebensfrohen Kindern staunend und in immer wieder glücklichen Momenten erleben durften in diesen 23, 24 Jahren. Wie prall und voll und erfüllt diese waren.

 

 

 

Kein Tag ein verlorener oder langweiliger Tag.

 

 

 

Und jetzt ist da dieser irdische Tod, dieses aus unserem Leben weggefallene.

 

 

 

Das oft Unbeschreibliche und gefühlt Unbegreifliche.

 

 

 

Dieses Sehnen und diese Tränen, die dann da sind und fließen, strömen und wieder aufhören.

 

 

 

Dieser Schmerz, der meinen Atemraum beengt und mich in eine Art Vakuum hüllt, eine gigantische Entschleunigung und Langsamkeit.

 

 

 

Hier ist kein Gedanke, kein Vorhaben, kein „Muss“.

 

 

 

Hier ist ein Zustand von Stille und Sein, dann ist ein Wahrnehmen und Sein-lassen und ein großes NICHTS.

 

 

 

Hier ist ein Körper, ein Atmen, mein Bewusstsein, wer ich als Mensch bin, als Frau, Geliebte, Mama, Schwester, Freundin und als das Fühlende.

 

 

 

Später sind da wieder Gedanken, Erinnerungen, Bilder.

 

 

 

Ich werde diesem gewahr.

 

Ich BIN. Ich atme, ich lebe.

 

Ihr seid definitiv hier und doch nicht sichtbar, nicht so wie wir es kennen.

 

 

 

Das ist Neu, nach 4 Monaten immer noch NEU und so anders, dass mich das wohl traurig macht?

 

 

 

Das ich das Veränderte schmerzvoll empfinde?

 

Das ich für Euch nicht mehr sorgen und Euch so meine Liebe, Anerkennung, Freude, Zärtlichkeit zeigen und geben kann?

 

 

 

Es sind Gebete, meine Zwiesprache mit Euch, Euren Seelen, mit dem Ewigkeits-Feld was ich das GÖTTLICHE nenne, in dem es niemals Trennung, Dualität oder Ego-Ich gab oder geben kann.

 

Mein Leben und Lieben geht weiter.

 

 

 

Und meine Gebete sind, dass mein Leben wach, bewusst, großartig, leuchtend, alles einschließend, nichts ausgrenzend, doch auch freigebend, den Blick auf das Gute, Wahrhaftige und Große sei.

 

Mögen wir alle in diesem Feld von Frieden, Freiheit, Schönheit und Gnade atmen.

 

 

 

Mögen wir uns immer wieder auf das besinnen, was wir in Wirklichkeit sind. Kinder der ewigen Göttin, des schon ewig dagewesenen und immerwährend Seienden.

 

 

 

 

 

 

 

Erinnerung an unsere wunderbaren Kinder

 

 

 

am 3. August zum Sonnenaufgang waren sie schon fast vier Stunden auf dem Grad des zum Piz Bernina unterwegs, als sie in dieser anmutigen Natur 504 Meter, Hand in Hand, abstürzten.

 

 

18. Oktober 2017

 

Ich bin ab nächsten Dienstag für knapp 4 Wochen in Indien.

 

Meine heilige Stille, alleine mit Gott.

 

Bin traurig, dass mein Mann nicht mit möchte.

 

Ich respektiere die Art der Trauerbewältigung meiner vier Männer,

 

jeder auf seine Weise.

 

Möge viel heilen, für jeden.

 

Mögen alle Wesen glücklich sein.

 

Mögen alle Wesen in Liebe und Frieden hier die Schönheit der Erde sehen, erfahren und segnen.

 

Mögen alle leuchtenden Seelen ihren Duft verströmen, bedingungslos.

 

Danke, ich atme diesen Duft immer wieder.

 

Das tut sehr gut.

 

 

Und danke für Eure liebevollen Gedanken und Segnungen.

 

 

Namastè

 

 

29. September 2017

 

 

Bei uns ist mega viel und da ich möglichst jeden Moment so nehme und an-nehme wie es für mich ist,

gelingt mir die Meditation des Lebens ganz gut.

 

 

 

Zwei Freunde von Klaus waren drei Tage hier,

 

dann gefolgt von Leonies guter Freundin, die zwei Tage hier mit uns verbrachte.

 

 

 

Und gestern, kurz nachdem ich sie zum Bahnhof gefahren hatte, kam die Post, mit einem dicken Brief, der schon zwei Wochen bei Leonies letzter Melde-Adresse lag mit allen Berichten vom Unfall, vom Arzt und unbeschreibliche Rechnungen.

 

 

 

Das war ein richtiger Schlag, ich war voll am Weinen, alles war plötzlich so anders, der Fall aus doch über 500 Metern Höhe, das Bild vom Berg mit Absturzstelle und „Endlage“….

 

 

 

Ich war so ergriffen von all dem und sah dann dennoch schnell, wie göttlich alles geführt ist…

 

 

 

Dass es zur richtigen Zeit hier ankam und ich jetzt Zeit habe mich darum zu kümmern, denn wenn Besuch da ist, bin ich vollständig für die Menschen da zum Reden, Versorgen, Trösten, Fragen beantworten.

 

 

 

Und es ist gut mit Menschen zu sein, die ihr so nah standen oder wie Klaus Freunde ganz für ihn und mit ihm waren.

 

 

 

Alles Geschenke und wenn wir sie offenen Herzens annehmen ist das unsere Heilung.

 

 

 

Ja, es bedarf Heilung und es ist manchmal sehr schmerzvoll.

 

 

 

Kurze, bittere, traurige Momente,

 

dann wieder das Licht, das ich in ALLEM sehe, den Sinn, die endlose Liebe.

 

 

 

Und ja, ich mache mir Sorgen um die Menschen, das Wahlergebnis hat mich echt getroffen und ich weiß, was in solchen Menschen vor sich geht, wie viel Habsucht, Neid, Unverständnis und Enge in ihrem Leben ist, wenn es um Recht-und-Haben-Wollen geht, wenn das Mitgefühl fehlt und der Blick auf das, was uns dazu macht.

 

 

 

Wie sieht die Welt aus?

 

 

 

Weshalb gibt es Krieg in Familien, unter Liebes-Paaren, zwischen Glaubens-Richtungen, zwischen diesem Lang und jenem?

 

 

 

Was „gehört“ uns eigentlich???

 

 

 

Nichts.

 

 

 

Rein gar nichts gehört uns wirklich.

 

 

 

Nicht mal unser Körper.

 

 

 

Natürlich sind wir verantwortlich, gesund, bewusst, voller Liebe, Selbstakzeptanz und Respekt zu schauen, zu lauschen, zu leben, doch nichts gehört uns oder IST uns.

 

 

 

Wir SIND genau so Geschenke und Gaben an die Erde wie die Blüte, die blüht und ihren Duft absichtslos verströmt.

 

 

3.10.2017

 

 

 

Manchmal wünschte ich,

 

ein Hauch von mir und meinem Empfinden könnten Andere spüren.

 

 

 

Heute vor zwei Monaten sind sie in den wunderschönen Bergen der italienischen Schweiz in die Hände der großen Göttin gefallen.

 

 

 

Und ich sehe und spüre überall die Weisheit, Liebe, Schönheit, all die Geschenke.

 

 

 

Und beim Spaziergang mit Klaus, meinem Mann, konnte ich unglaublich ausgelassen lachen, wie früher als junge Frau, wenn die Menschen und Männer so fasziniert waren von meiner unbändigen Ekstase etwas zu empfinden wie Freude und Ewigkeit.

 

 

 

Ich habe die Nacht kaum geschlafen, alles ist so stark, mein empfinden von Gebet, Segnungen, Göttlichkeit und ja, auch diese beiden leuchtenden Seelen.

 

 

 

Seid ALLE behütet an diesem Tag.

 

 

 

Tag der Einheit, was für ein Hohn, wenn ich die Menschheit sehe,

 

wie viel Missgunst, Haß, Krieg, Hunger überall zu sehen ist.

 

 

 

DAS macht mich maßlos traurig.

 

Und hilflos, wütend.

 

 

 

Meine Vision ist Frieden, Freiheit, Freundlichkeit, Liebe, Gerechtigkeit, Großherzigkeit.…

 

 

 

Mögen alle Wesen glücklich sein.

 

 

 

Möge Frieden sein auf Erden,

 

 

 

unter allen Geschöpfen,

 

 

 

zwischen allen Menschen.

 

 

 

In jedem Herzen.

 

 

 

Mitakuye Oyasin

 

 

13. September 2017

 

 

 

Morgen sind es sechs Wochen,

 

seit Leonie mit ihrem wunderbaren Simon und ihrem Kletterfreund in den schönen Schweizer Bergen

 

auf dem „Himmelsleiter“- Weg

 

in die Hände der Großen Göttin fielen

 

und wir sie im Irdischen nicht mehr „haben“.

 

 

 

Bewegende Abschiedsfeiern durften wir als unsagbare Geschenke erleben,

 

morgen in Alfter an ihrer anthroposophischen Hochschule,

 

wo Leonie erst vor wenigen Wochen ihren Abschluss mit uns feierte.

 

 

 

Mit Auszeichnung und voller Freude auf die Weltreise, auf der die beiden jetzt als Ehe-Paar wären mit ihrem geliebten Bus.

 

 

 

Was für Geschenke wir täglich „ernten“ und empfangen, ist kaum zu beschreiben.

 

 

 

Einmal natürlich von Außen, durch Menschen, die sich mutig mit ihrer Hilflosigkeit und Bestürzung an uns wenden,

 

uns Trost,

 

Mitgefühl und auch um Unterstützung in verschiedenster Weise zukommen lassen.

 

 

 

Dann gibt es Ungezählte,

 

die sprachlos und gelähmt sind

 

und weder ein Wort sagen

 

noch schreiben können

 

und sich davor fürchten einem von unserer Familie zu begegnen.

 

 

 

Und wie unterschiedlich so ein Geschehenes gesehen,

 

gefühlt,

 

angenommen oder verleugnet,

 

hinterfragt und verarbeitet wird

 

ist wohl so verschieden wir wir Menschen „ticken“, denken, leben und lieben.

 

 

 

Für mich ist es immer noch und immer wieder neu ein großes WUNDER,

 

ein besonderes Geschenk der Schöpfung,

 

mich in (m)einer Meisterschaft von den Tiefsten,

 

Höchsten und Größten Ebenen in Liebe,

 

Demut,

 

Hingabe und Dankbarkeit unterweisen zu lassen.

 

 

 

Mit jedem Atemzug ist (mein) Leben neu und unberechenbar.

 

 

 

Es birgt den wahnsinnigen Schmerz, heiße Tränen

 

UND die tief empfundene sanfte, schöne, hingebungsvolle Grazie des Augenblicks

 

einfach zu SEIN und zu empfangen,

 

ganz still zu SEIN und ...NICHTS und ALLES in EINem zu erfahren.

 

 

 

Wie geht das?

 

 

 

Ja, das ist eine gute Frage.

 

Und ich weiß nicht was eine Antwort sein kann, ich weiß und fühle es allein in jedem Moment.

 

 

 

Ich bin dankbar dafür, keinen einzigen Gedanken an das Warum, Wie oder Weshalb zu hegen, sondern mich leise und ab und an zu fragen:

 

Wie wird dieser Tag,

 

diese Minute,

 

dieses Sehen,

 

Lieben,

 

Lächeln,

 

Sprechen,

 

Lauschen,

 

Weinen…. SEIN??

 

 

 

Und dann IST ES.

 

 

 

Sehnsucht nach Ruhe, Stille, Meer, nach NichtsTunBrauchen

 

(nach und in all dem ungewohnt lästigen, unbeschreiblichen Papierkram).

 

 

 

Meine Bitte nach:

 

mit meinem-Mann-Sein und vor allem alles in mir FÜHLEN und Wahrnehmen zu können,

 

zu wollen.

 

Mit meinen Söhnen sein können,

 

die schmerzlich ihre Schwester vermissen, auf verschiedensten Ebenen und doch ebenso die Zeichen, Wunder und Geschenke erfahren, miterleben.

 

 

 

Und Dankbarkeit für ihr Verständnis gegenüber meiner Art zu empfinden,

 

sie geduldig mit mir sind und ich ihre starke Liebe spüre.

 

 

 

Das Leben ist unbeschreiblich radikal und sanft,

 

liebevoll und tiefgründig in mir und im Außen.

 

 

 

Und dass wir ALLE diese Zeit des Lebens so schön und dankbar in Demut und Hingabe und im vollsten Vertrauen auf das „Richtig“ in jedem Moment erfahren, das wünsche ich mir.

 

 

18. August 2017

 

 

 

Gestern vor zwei Wochen ist unsere geliebte Tochter mit Ihrem wunderbaren Mann Simon und einem gemeinsamen Kletterfreund in den Schweizer Bergen tödlich verunglückt.

 

 

 

Schon im ersten Moment, als wir es erfuhren, sehr behutsam von einem Polizeibeamten, der selbst eine Tochter in gleichem Alter und dem selben Namen trägt (welch eine Synchronizität!), hat mich eine Wolke aus Liebe und Ewigkeit eingehüllt.

 

 

 

Meine Dankbarkeit ist endlos, dass ich jetzt,

 

im Bewusstsein dessen,

 

das das, was mir immer auch eine Möglichkeit erschien,

 

Wirklichkeit geworden ist,

 

nämlich das eines meiner Kinder oder mein geliebter Mann,

 

nicht mehr nach Hause kommen könnte,

 

immer noch und in absoluter Präsenz im EinversatndenSEIN BIN.

 

 

 

Für mich sind die beiden „Kinder“ so nah wie niemals im irdischen sein konnten.

 

Sie sind im Tau der Morgenwiese,

 

die ich mit meinem Mann jeden Morgen schweigend

 

und mit leichtem Herzen zu Sonnenaufgang durchschreite,

 

sie sind in den Feuerfunken abends,

 

wenn wir Feuer machen und ihren weißen Salbei und das duftende Weihrauchholz räuchern,

 

sie sind im Duft der Wiesen,

 

ja, die Wiese selbst und der Himmel,

 

die Sterne und nicht mal einen Atemzug von uns entfernt.

 

Sie sind der Atem und die Luft, sie sind die Wiese und der Duft.

 

Wir „wissen“ ES.

 

Und wenn es für andere nicht so ist,

 

dann trösten wir viele,

 

viele, die nach dem `warum` fragen oder gar fragen,

 

weshalb Gott so etwas zuläßt

 

(und ich sage die Wahrheit, dass dies vor allem von jenen kommt, die zu einer Kirche gehören, ihrem Glauben frönen).

 

 

 

Meine Gedanken und Fragen waren von Beginn an:

 

große, liebende ewige Göttin ~ Gott ~ Vater ~ Mutter ~ ALLES-IN-EINEM,

 

WIE werde ich damit umgehen?

 

 

 

Wie spüre ich Liebe,

 

alle Geschenke dahinter

 

und die göttliche Gnade darin??

 

 

 

Ja, es sind Momente,

 

die schwer sind,

 

in denen sich mein Herz und mein Magen zusammenziehen,

 

wenn heiße, doch süße Tränen meine Wangen herabrinnen.

 

Natürlich, die gibt es und es wäre vielleicht sehr seltsam,

 

wenn das nicht auch DA wäre und ich ihm diesen Platz gerne einräume,

 

solange es zu fühlen ist.

 

 

 

Und doch ist es so,

 

dass just in diesen „schweren“ Augenblicken diese endlose Liebe DA ist,

 

die mich einhüllt und durchdringt,

 

und mich die liebenden Arme der Göttlichen Mutter so zart und heilsam ummanteln,

 

dass ich gar nicht anders kann,

 

als mich diesem Geborgenheit spendenden SEIN hinzugeben,

 

fast als würde ich dahinschmelzen,

 

alles loslassen,

 

was da war an Festhalten,

 

Schwere,

 

Schmerz,

 

Trauer oder dunklen Gedanken.

 

 

 

Ich bin zutiefst dankbar und weiß,

 

bisher konnte und kann ich alles annehmen,

 

sogar,

 

dass die Gen-Untersuchungen, die rechtlich sein müssen,

 

immer noch nicht abgeschlossen werden konnten

 

und das Warten und Wissen,

 

ihre körperlichen Überreste liegen da immer noch unter weißen Tüchern.

 

 

 

Ich kann es annehmen,

 

hinnehmen und wissen,

 

nichts geschieht ohne göttlichen Willen.

 

 

 

Und das wunderbare,

 

dass unsere drei erwachsenen Jungen

 

auch mehr und mehr dahinkommen, es so zu sehen. ?

 

 

 

Dankbar sehen, dass wir nicht zu verzweifelt sind.

 

 

 

Das sind Geschenke,

 

die wir ohne diesen Zustand ja niemals erfahren hätten dürfen.

 

 

 

Was ist das Leben anderes als ein großes,

 

wunderschönes Atmen im Atem des ALLES-WAS-IST!!

 

 

 

Heute morgen las ich den Satz aus Kurs in Wundern:

 

„In Liebe ausdehnende Wesen haben keine Angst davor die Dinge anzuschauen, die sie gemacht haben.

 

Sie schrecken nicht vor ihren eigenen Schöpfungen zurück, weder passen sie sich ihnen an.

 

Sie drücken ihrer Welt auch keinen Stempel auf, der sie im Nachhinein selbst verängstigt.

 

Sondern sie Fragen: Was bist du? Gefolgt von einem stillen Lauschen!“

 

 

 

Was für eine Stille die ich da empfinde,

 

freundliche Stille,

 

Entspannung und ruhiges,

 

sanftes Atmen.

 

 

 

Halleluja,

 

vielleicht singe ich es später lauthals am mystischen Wasserplatz im Wald.

 

 

 

Mitakuye Oyasin ~ Namastè

 

 

 

 

Leonie ist mein siebtes Kind, was ich loslasse.

 

 

Ich übe das seit 39 Jahren, so alt wäre meine älteste Tochter jetzt.

 

 

Das war sehr schlimm damals,

 

nicht allein,

 

weil sie tot geboren und vor meinen Augen von einer Nonne in die Mülltonne geworfen wurde.

 

 

Sondern ich damals keinen Glauben,

 

keine innere Sicherheit,

 

kein Vertrauen hatte.

 

 

Heute ist das anders.

 

 

Ich bin jetzt in der Meisterschaft.

 

 

Ich bete.

 

Gebet ist mein Leben, sind meine Gedanken.

 

 

Gebet ist sanftes, bewusstes ATMEN.

 

Und jeder Atemzug findet Unerlöstes in meinem Herzen.

 

Ich atme Geduld und LIEBE ein.

 

Das ist Selbstliebe. Ich atme Geduld und Liebe auch automatisch aus.

 

Das ist Gebet und Fürbitte an die Welt,

an Menschen,

Tiere,

Mutter Erde,

meine Baum-Freunde.

 

 

 

 

Nicht nur abends vor der gütigen Nacht

 

und morgens, beim Aufwachen

und mich dann still hinsetze,

 

für eine unbestimmte Zeit im NICHTS-RAUM ~

 

und ich sage nicht, dass ich meditiere.

 

 

Ich sitze einfach still da,

 

ohne Absicht,

 

ohne Gedanken oder mit Gedanken.

 

 

Ich bete öfter tagsüber,

 

es sind Gebete,

 

die ich in meiner Zwiesprache mit dem Höchsten,

 

mich mit Gott-Göttin-Schöpfung-dem ALLES-WAS-IST verbinden,

 

mich nähren,

 

mich segnen,

 

mich EINS SEIN lassen.

 

 

 

Es möge mir gelingen

 

immer und ewig

 

standfest in dieser Unerschütterlichkeit zu SEIN.

 

 

 

 

4. August 2017

 

Unsere geliebte Tochter Leonie ist mit ihrem wunderbaren Simon und einem anderen Kletterfreund in den Schweizer Bergen tödlich verunglückt.

Wir bitten um alle Liebe, Segnungen und Gebete für ihre Seelen und um unsere Familie.

Liebe und tiefer Dankbarkeit, dass sie in alle Ewigkeit unablässig mit uns sind.

Der Himmel über uns, die Erde unter uns und GOTT in uns.

 

Padma Ellen Hochrein und Klaus Goldbach

 

 

Wir müssen manchmal fallen, damit wir merken,
dass wir Flügel haben.
Mit den Flügeln ist das Vertrauen gemeint,
das Vertrauen in das eigene Leben, dass alles, was uns widerfährt, einen Sinn hat.
Und diejenigen von uns, die am tiefsten fallen, haben die stärksten Flügel.

Afschin Kamrani

 

 

 

Das haben sie gelebt:                                    

"Wenn ich sterbe, möchte ich,
dass mein Herz und meine Seele voll gepflanzt sind
mit reichen Geschichten und Erfahrungen.
Ich möchte mich nach vorne bewegen und nach oben fallen,
meinen gut benutzten Körper verlassen.
Ich möchte Gegenwärtigkeit kennen,
und wie es ist, mit Hartem zu sitzen, bis es weich wird
und mit Engem, bis es sich weitet.
Ich möchte es kennen, in den stillen Momenten
zwischen Atemzügen und Gedanken zu schweben.
Ich möchte es kennen, mich über den Fluss des Lebens zu erheben
und mich unter ihn hinabzusenken,
mich in den Strömen des Unbekannten treiben zu lassen und zu träumen."
Dawna Markova